radioeins Loungekonzert

Liima in der radioeins-Lounge

Sonntagabend war es endlich soweit. Die dänische Formation Liima ist live in der radioeins Lounge auftreten - einer der heißesten Acts der aktuellen Elektronic-Szene. Für alle, die nicht live dabei sein konnten, haben wir das Konzert ab 21 live in den Elektrobeats und per Videostream übertragen! Moderator war Steen Lorenzen.

Liima © radioeins
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Das dänische Quartett begeisterte vor ein paar Wochen das Publikum im ausverkauften Festsaal Kreuzberg. Ihre Musik würde perfekt in einen Sience Fiction Streifen passen. Mit ihren sphärischen Sounds und satten Grooves zählen Liima zu den spannensten Acts der Elektronik-Szene. Von Kraftwerk, über Jean-Michel Jarre bis hin zu New Order reichen die Einflüsse, aber Liima kreieren daraus ihren ganz ureigenen Sound. Das drei der vier Bandmitglieder vorher bei Efterklang spielten ist ebenfalls deutlich spürbar. Der Mix klingt so gut, dass LIIMAs Song "Life is dangerous" seit Wochen schon erklärter Lieblingssong der radioeins Redaktion ist.

Am Sonntag, den 4. März, spielten Liima ein Loungekonzert bei radioeins. radioeins hat das Konzert ab 21 Uhr live im radio und per Videostream auf radioeins.de übertragen.


1982 - da steht sie nun, diese Jahreszahl, auf dem zweiten Album der Band Liima. Genau lässt sich nicht sagen, warum die Band ausgerechnet dieses Jahr ausgewählt hat, in dem der Commodore 64 auf der Markt kam, der Falkland-Krieg begann und in Dänemark 32 Grad unter Null gemessen wurden. Doch so genau muss das auch niemand wissen. Denn Liima fördern eher ein ungefähreres Gefühl an die Oberfläche, eine Ahnung, dass uns diese (wie alle Zeiten) geisterhaft begleitet. Ein mulmiges, manchmal auch erheiterndes, doch meist schwermütiges Grundgefühl, das das zweite Liima-Werk meisterhaft zusammenhält. Natürlich kann man 80er Jahre Sounds auf 1982 entdecken, doch das ist nicht der Punkt.

Der Punkt ist: Liima haben sich einen eigenen Kosmos erarbeitet, in dem sie mühelos zwischen Genres mäandern. Die Songs die dabei entstehen gehen einfach immer unter die Haut.

Das ist der vorläufige Höhepunkt einer langen Reise, die mit der frühen Freundschaft von Casper Clausen, Mads Brauer und Rasmus Stolberg in Kopenhagen beginnt. Sie sind seit 2000 der Kern von Efterklang. Ein Magnetfeld, dass verschiedene Künstlerinnen und Künstler, Produzenten, Filmemacher, Plattenfirmen und Kunstschaffende anzieht. Efterklang veröffentlichen Alben, die Mal nach Postrock klingen, dann nach minimalistischer Elektronik. Sie entdecken den Orchestergraben für ihre Musik, Atmoschutzbunker für Opern-Projekte und holen sich Inspiration in verlassenen Kohlebergwerken in Spitzbergen. Vom größten Zelt des Roskilde Festivals bis zum Sidney Opera House haben sie die unterschiedlichsten Bühnen bespielt.

Seit 2015 gehört der finnische Percussion- und Elektrokünstler Tatu Rönkkö zum Team. und seitdem gibt es auch einen neuen Namen: Liima (auf finnisch: Kleister). Das Konzept des Quartetts: Es zieht von einer Residency zur nächsten, von Helsinki, über Berlin nach Istanbul oder London. Jede Residency endet mit einem Konzert. Ideen, Fragmente müssen ad hoc umgesetzt werden. Kopf abschalten, fließen lassen. 

Das Konzept ist voll aufgegangen, 1982 ist eines der besten Elektropop-Alben des Jahres 2017.