Drama

Peter von Kant

Peter von Kant © Carole BETHUEL_Foz / 2022 FOZ
Peter von Kant | © Carole BETHUEL_Foz / 2022 FOZ

In „Peter von Kant“ nähert sich Regisseur Francois Ozon (2019 Silberner Bär für „Gelobt sei Gott“) seinem großen Idol Fassbindern an, mit dem er sich lebenslang beschäftigt hat. Es ist eine Variation des berühmten Fassbinder-Films „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“, eine fesselnde Innenansicht vergifteter Beziehungen. Waren es in Fassbinders Kammerspiel ausschließlich Frauen, die sich das Leben mit Rivalitäten, Eifersucht und quälender Liebe zur Hölle machten, erzählt Ozon von einem männlichen Mikrokosmos, in dessen Mittelpunkt der Regisseur Fassbinder selbst steht. Der große Unterdrücker wird hier selbst zum Opfer seiner Leidenschaft, es erscheint wie eine späte Revanche. Ozon bietet einen starken Cast auf: Denis Ménochet, großartig als zerstörerischer Regisseur, Isabelle Adjani und die Fassbinder-Ikone Hanna Schygulla, die schon im originalen Film dabei war. Ozons liefert eine boulevardeske und sehr ironische Hommage an das große Vorbild, dessen ausbeuterische, sadistische Methoden sich heute gründlich erledigt haben.

Kritiker: Knut Elstermann

annehmbar

Regie: Francois Ozon
Darsteller: Denis Ménochet, Isabelle Adjani, Hanna Schygulla