Dokumentarfilm - König hört auf

König hört auf © Weltkino Filmverleih/Tilman König
König hört auf | © Weltkino Filmverleih/Tilman König
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Auch Legenden müssen in Rente gehen, obwohl man es sich bei Menschen wie dem Jenaer Jugendpfarrer Lothar König einfach nicht vorstellen kann. Fast dreißig Jahre übte er dieses Amt so unkonventionell und so leidenschaftlich aus, dass es offenbar keine Trennung zwischen Beruf und Leben bei ihm gab.

Zu DDR-Zeiten von der Stasi als besonders "gefährlich" eingestuft, wurde er nach der Wende zu einem furchtlosen Kämpfer gegen Neonazis, die ihn so schwer verletzten, dass die tiefe Narbe im Gesicht noch heute sichtbar ist. Sein Sohn Tilman König hat den Pfarrer in den letzten Dienstmonaten begleitet, bei der Arbeit mit Geflüchteten ebenso wie im Garten und beim Sport und bei durchaus kontroversen Diskussionen.

Entstanden ist das Porträt eines unangepassten Mannes, der in seinem Denken und Predigen Adorno und saftigen Volksglauben mischt, der mit seinen langen weißen Haaren, seinem Rauschebart und seinem gerechten Zorn wie eine Bibelfigur wirkt. Auch nach diesem Film mag nicht jeder an Gott glauben, aber ganz sicher an aufrichtige Menschen wie Lothar König.