Drama

Die Magnetischen

Die Bretagne in den 80er Jahren, Geschichten aus der Provinz: Der schüchterne Philippe (Timothée Robart) und sein Bruder lieben die gleiche Frau (die selbstbewusste, alleinerziehende Marianne, gespielt von Marie Colomb), schwelgen im Postpunk und betreiben leidenschaftlich einen Privatsender, bis Philippe zur Armee muss.

Die Magnetischen © CélineNieszawer/Port au Prince Pictures
Die Magnetischen | © CélineNieszawer/Port au Prince Pictures

Mit den sehr sympathischen Darstellern Timothée Robart, im Hauptberuf übrigens Tontechniker, und Marie Colomb erzählt der schöne Film stimmungsvoll viel mehr als eine Coming-of-Age-Geschichte. Hier findet ein junger Mann über die Arbeit im Radio, über die selbst erschaffenen Klangwelten zu sich und einer eigenen Sprache.

"Die Magnetischen" entwirft ein sehr treffendes Zeitbild einer vergangenen Epoche, in der vieles beginnt, was uns noch heute umtreibt, Neoliberalismus, Umweltbewegung, Kampf um Frauenrechte. Und ganz nebenbei feiert der Film liebevoll die alte, analoge Welt, in der das Radio noch eine wichtige, lebensbegleitende Institution war – allein dafür muss man das Werk lieben.

Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie: Vincent Maël Cardona
Darsteller: Thimotée Robert, Marie Colomb, Joseph Olivennes, Meinhard Neumann
Erscheinungsjahr: 2022
Herkunftsland: Frankreich