Drama

Axiom

Ein sehr origineller, sehenswerter, deutscher Berlinale-Film aus diesem Jahrgang: Regisseur und Autor Jöns Jönsson porträtiert darin - ohne ihn jemals zu bewerten - Julius, einen jungen Mann, der als Wärter in einem Museum arbeitet.

Szene aus dem Film Axiom. (Bild: Martin Menke / BonVoyage)
Moritz von Treuenfels in Axiom | © Martin Menke / BonVoyage

Aber Julius scheint noch viele andere Existenzen zu leben, in Gesprächen mit Fremden, mit Freunden und Bekannten zerfließt das Bild seiner Persönlichkeit und es entsteht das Konstrukt von erdachten Selbstbildern. Einfacher gesagt, Julius ist ein notorischer Hochstapler, ein fantasievoller und gewandter Lügner.

Hauptdarsteller Moritz von Treuenfels, der im Potsdamer Hans-Otto-Theater als Rio Reiser gefeiert wurde, spielt diesen Julius überzeugend und schwindelerregend als einen charmanten Jongleur der Erfindungen. Er nimmt uns damit durchaus für ihn ein, fast werden wir zu Komplizen dieses Narzissten, der gesellschaftliche Erfolgsnormen, dieses allgemeine Streben nach perfekter Selbstdarstellung, betrügerisch für sich in Anspruch nimmt und damit zugleich untergräbt.

Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie: Jöns Jönsson
Darsteller: Moritz von Treuenfels, Ricarda Seinfeld, Thomas Schubert
Erscheinungsjahr: 2022
Herkunftsland: Deutschland