Drama

Systemsprenger

Systemsprenger © Port au Prince Pictures
Systemsprenger | © Port au Prince Pictures

Benni, ein neunjähriges Mädchen, hat einen langen Weg durch Gastfamilien und erfolglose Untersuchungen und Therapien hinter sich. Mit seiner unbändigen, unbeherrschbaren Wut, seinen heftigen, zerstörerischen Anfällen ist es eine Gefahr für andere und für sich selbst. Sie fällt durch alle Raster der sozialen Fürsorge. Benni ist ein „Systemsprenger“, weil ihr im herkömmlichen pädagogischen Rahmen nicht zu helfen ist.

Nora Fingscheidts hervorragender Debüt-Spielfilm, die deutsche Oscar-Nominierung, wurde zurecht schon auf der Berlinale gefeiert, nicht zuletzt wegen seiner Hauptdarstellerin. Helena Zengel spielt dieses Mädchen nicht nur als tickende Zeitbombe, die jederzeit explodieren kann, sondern als hilfebedürftiges, zerbrechliches Wesen, das jede Unterstützung verdient.

„Systemsprenger“ vermeidet dabei oberflächliche Anklagen gegen die sozialen Mechanismen: Gabriela Maria Schmeide und Albrecht Schuch spielen überforderte, aber sehr engagierte Sozialarbeiter, die sich für das Kind aufopfern. Der Film ist auch eine Würdigung solcher engagierter Menschen. Nora Fingscheidt verwendet fast dokumentarische, sehr direkt wirkende Mittel, um uns in Bennis Welt mitzunehmen und Verständnis für diese kindliche Naturgewalt zu erzeugen.  

Kritiker: Knut Elstermann

großartig

Regie: Nora Fingscheidt
Darsteller: Helena Zengel, Albrecht Abraham Schuch, Gabriela Maria Schmeide
Erscheinungsjahr: 2019
Herkunftsland: Deutschland