Dokumentarfilm

Ronnie Wood – Somebody Up There Likes Me

Ronnie Wood in einer Szene des Films "Ronnie Wood: Somebody Up There Likes Me"
Ronnie Wood in einer Szene des Films "Ronnie Wood: Somebody Up There Likes Me" | © Eagle Rock Films / Piece of Magic

Es ist ein Gespräch auf Augenhöhe. Regisseur Mike Figgis ("Leaving Las Vegas"), der selbst auch Musiker ist, begegnet Ronnie Wood in einem aufrichtigen, klugen Gespräch, das nichts von den üblichen, glatten Promi-Interviews hat. Wortgewandt und ausführlich erzählt Wood von seiner problematischen Kindheit und Jugend, von seinem musikalischen Erwachen, von prägenden Einflüssen, von tiefen Krisen und Abstürzen. Der 70jährige denkt über das Alter und die Vergänglichkeit nach und erscheint dabei so glaubwürdig und grundsätzlich sympathisch, dass man schnell vergißt: Hier spricht einer der großen Musikstars des 20. Jahrhunderts, der mit Jeff Beck, Rod Stewart und natürlich mit den Stones zu Weltruhm gelangte. Freunde und Weggefährten wie Mick Jagger und Damien Hirst kommen zu Wort.

Mike Figgis' Film liefert das biografische Material und den musikalischen Hintergrund, vor allem aber zeichnet er das sehr menschliche Porträt eines vielseitigen, lebendigen Künstlers, der malt und zeichnet, der genau beobachtet, der voller Ideen und Projekte ist. Ronnie Wood wird in diesem liebenswerten Film nicht vom Sockel geholt, denn er stand nie drauf.

Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie: Mike Figgis
Erscheinungsjahr: 2020
Herkunftsland: Großbritannien