Romanze

Jibril

Susana Abdulmajid in Jibril
Susana Abdulmajid in Jibril | © missingFILMs

In ihrem rundum gelungenen Debüt, entstanden an der Filmuniversität Babelsberg, führt Regisseurin Henrika Kull ein Liebespaar zusammen, das eigentlich keines sein kann.

Die geschiedene, dreifache Mutter Maryam mit irakischen Wurzeln  (Susanna Abdumaljid) verliebt sich endlich wieder – allerdings sitzt der junge Mann Jibril (Malik Adan) hinter Gittern. Vor einigen Jahren sind sich die beiden schon einmal begegnet. Nun sehen sie sich wieder, als Maryam ein Paket im Knast abgeben soll und sofort entflammt eine große Leidenschaft.

Wie viel Kenntnis des anderen braucht eine Liebe? Wie viel fantasievolle Projektion gehört zu jedem Begehren?

Erstaunlich wie unmittelbar sich in diesem Film hinter Gefängnismauern die Sinnlichkeit, die erotische Energie dieses Paares, die quälende Sehnsucht mitteilen obwohl es nicht viele Begegnungen gibt. Das liegt am reifen, schnörkellosen Regiestil, der höchst intime Bilder erzeugt, an den sehr authentischen Darstellern, denen man die Not wirklich abnimmt, aber auch an der glänzenden, sensiblen Filmmusik von Dascha Dauenhauer.

Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie: Henrika Kull
Darsteller: Susana Abdulmajid, Malik Adan, Jonas Nordin Daouiji
Erscheinungsjahr: 2019
Herkunftsland: Deutschland