Drama

Drive My Car

Japans Oscar-Einreichung für 2022, ein großer Erfolg in Cannes, kommt nun zum Abschluss des Kinojahres zu uns und ist fraglos ein Höhepunkt. Der international sehr bekannte Regisseur Ryûsuke Hamaguchi, der auch schon bei der Berlinale vertreten war, verfilmte eine sehr kurze Geschichte von Haruki Murakami, der Film dauert allerdings fast drei Stunden.

Drive My Car
Drive My Car | © Rapid Eye Movies

Ein Theaterregisseur, der seine Ehefrau verloren hat, kommt nach Hiroshima, um „Onkel Wanja“ mehrsprachig zu inszenieren, täglich wird er von einer jungen Frau zur Arbeit gefahren. Meist schweigen sie, doch wenn sie ins Reden kommen, öffnen sich ihre Herzen, finden sie eine Sprache für Schmerzen, Einsamkeit und Ängste.

Der glänzend gespielte und überaus feinsinnig aufgebaute Film mit seinen vielen Bezügen auf große Themen wie Identität, Kultur, Tradition, Schuld und Sühne, kreist um ein dunkles Geheimnis. Er wühlt uns gerade durch seine innere Ruhe, seine große, erzählerische Gelassenheit auf, darin dem großen Tschechow durchaus verwandt.

Kritiker: Knut Elstermann

großartig

Regie: Ryûsuke Hamaguchi
Darsteller: Hidetoshi Nishijima, Tôko Miura, Masaki Okada
Erscheinungsjahr: 2021
Herkunftsland: Japan