Porträt

Bettina

Die Lieder der Bettina Wegner haben viele Menschen begleitet und ermutigt. Sie saß wegen ihres Protestes gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings im Gefängnis, hatte Auftrittsverbot und wurde 1980 zur Ausreise aus der DDR gedrängt. In dem wunderbaren Film über diese sensible Künstlerin, die sich immer treu blieb, zeichnet Lutz Pehnert ihren Lebensweg nach und verzichtet dabei auf die üblichen Methoden.

Bettina
Bettina | © Salzgeber/Werner Popp

Es gibt keinen Kommentartext, keine erklärenden Zeitzeugen, sondern ein aufrichtiges, vertrauensvolles Interview mit ihr und sehr klug montiertes, schlüssig strukturiertes historisches Material.

In diesem einfühlsamen Porträt, das zu den schönsten Dokumentarfilmen der diesjährigen Berlinale gehörte, blitzt immer wieder auch der herrliche Mutterwitz Bettinas auf, ihre Selbstironie, mit der sie ständig das heroische Image einer Heldin unterläuft, obwohl sie das zweifelsfrei war.

Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie: Lutz Pehnert
Erscheinungsjahr: 2022
Herkunftsland: Deutschland