Komödie/Romanze/Drama

Wo in Paris die Sonne aufgeht

Originaltitel: Les Olympiades

Auch dieser großartige Film hätte alle Ehren verdient, beim Festival in Cannes 2021 war er für mich ein Palmen-Kandidat, ging aber leider leer aus. Der für hochemotionale Geschichten bekannte Jacques Audiard ("Ein Prophet", "Der Geschmack von Rost und Knochen") zeigt sich hier von einer anderen, ganz neuen Seite.

Noémie Merlant und Makita Samba in "Wo in Paris die Sonne aufgeht" © Shanna Besson
Noémie Merlant und Makita Samba in "Wo in Paris die Sonne aufgeht" | © Shanna Besson

Audiards jugendfrischer Film basiert auf den grandiosen Werken des New-Yorker Comickünstlers Adrian Tomine, die in den 13. Bezirk von Paris verlegt wurden. Junge Leute, drei Frauen und ein Mann, leben in dieser Hochhausiedlung aus den 70ern, haben schnellen Sex, flüchtige Begegnungen, spüren aber auch die große Sehnsucht nach echten Bindungen.

In diesem wunderbar schwarzweiß fotografierten, sehr lebendigen Film jenseits der touristischen Paris-Bilder, mit vielen neuen Gesichtern, erkundet Audiard genau die sozialen Verhältnisse in einer ganz selbstverständlich diversen, jungen Gesellschaftsschicht, die durch ihre sozialen Medien zwar in ständigem Kontakt ist, aber nur schwer zu echtem Austausch gelangt.

Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie: Jacques Audiard
Darsteller: Lucie Zhang, Makita Samba, Noémie Merlant
Erscheinungsjahr: 2022
Herkunftsland: Frankreich
Filmstart: Do 07.04.2022