Dokumentarfilm

Oeconomia

Diesem außergewöhnlichen Dokumentarfilm liegt ein berühmter Essay zugrunde: "Die Fabrik des verschuldeten Menschen" aus dem Jahr 2011. Darin schreibt der Philosoph Maurizio Lazzarato: "Die Schulden stellen kein Hemmnis für das Wachstum dar; im Gegenteil, sie sind der ökonomische und subjektive Motor zeitgenössischer Ökonomie. Die Fabrikation der Schulden, also die Konstruktion und Entwicklung des Machtverhältnisses Gläubiger-Schuldner, bildet das strategische Zentrum neoliberaler Politik."

Szene aus dem Dokumentarfilm "Oeconomia" von Carmen Losmann
Szene aus dem Dokumentarfilm "Oeconomia" von Carmen Losmann | © Petrolio Film GmbH

Regisseurin Carmen Losmann zeigt in ihrem klugen und unterhaltsamen Film, wie eine Gesellschaft beschaffen ist, die auf dem Schuldenmachen beruht. Sie stellt ganz einfache, grundlegende Fragen: Wie entsteht Geld? Was sind Schulden? Warum braucht der Kapitalismus das ständige Wachstum um jeden Preis? Erstaunlicherweise wissen selbst Finanzexperten und Banker, wenn sie überhaupt reden wollen, darauf keine klare Antwort.

Carmen Losmann macht mit ihrer geradlinigen Fragetechnik und den anschaulichen Computeranimationen abstrakte Prozesse verständlich, die hinter unserem Rücken das Leben aller bestimmen.

Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie: Carmen Losmann
Erscheinungsjahr: 2020
Herkunftsland: Deutschland