Melodram

Körper und Seele

auf DVD oder im Stream

Die Jury in diesem Jahr besteht ausschließlich aus Gewinnerinnen und Gewinnern von Goldenen Bären, auch die Ungarin Idilkó Enyedi ist dabei. Ihr Film "Körper und Seele" war bei der Berlinale 2017 einhellig der Liebling des Publikums und der Kritiker und schließlich auch der Jury, der ihn mit dem Goldenen Bären belohnte.

Szene aus dem Film "Körper und Seele"
Szene aus dem Film "Körper und Seele" | © Alamode

Diese im wahrsten Sinne des Wortes fantastische Liebesgeschichte führt uns merkwürdigerweise in ein Schlachthaus, wo sich zwei sehr einsame Menschen begegnen. Maria (wunderbar: Alexandra Borbély) kommt dort als Qualitätsprüferin hin, Endre (Geza Morcsanyi, ein überzeugender, nicht-professioneller Darsteller) arbeitet dort als Finanzchef. Beide sind in ihrem Leben eingeschränkt: Endre kann einen Arm nicht bewegen, Maria ist in einer seelischen Glasglocke gefangen, und beide kommen sich erst näher als sie bemerken, dass sie nachts den gleichen Traum haben. Mit hintergründigem Humor erzählt Ildikó Enyedi von der Begegnung zweier Menschen, aber auch von den Grenzen der

Körperlichkeit, von Unnahbarkeit, Überschreitung und Verletzungen, von blutenden Körpern und schmerzenden Seelen. Die Regisseurin Ildikó Enyedi ( "Mein 20. Jahrhundert" 1989 ) erweist sich mit diesem großartigen Film erneut als Meisterin, die äußerste Präzision und eigenwillige Poesie verbindet.

Kritiker: Knut Elstermann
Regie: Ildikó Enyedi
Darsteller: Géza Morcsányi, Szandra Borbély, Zoltán Schneider
Erscheinungsjahr: 2017
Herkunftsland: Ungarn