Dokumentarfilm

Glitzer & Staub

Rodeo scheint ein sehr männlicher Sport zu sein, aber nicht nur Cowboys versuchen sich auf dem Rücken von tobenden Bullen zu halten. In ihrem wunderschön gedrehten Dokumentarfilm (Kamera führte die Co-Regisseurin Julia Lemke) begleiten die Filmemacherinnen vier Mädchen auf ihrem Weg zu Rodeo-Reiterinnen, sie sind noch Kinder und begeben sich erstaunlich mutig in diese Welt.

Szene aus dem Dokumentarfilm "Glitzer & Staub"
Szene aus dem Dokumentarfilm "Glitzer & Staub" | © Flare Film

"No Fear", so steht es auf dem Gürtel der neunjährigen Ariyana, und genau darum geht es, um das Überwinden von Angst. Der Film, auch eine Studie ur-amerikanischer Alltagskultur, beobachtet dabei auch das Umfeld, die Familien der Mädchen, um die man sich schon Sorgen macht angesichts der tobenden Tiere.

Dabei geht es bei diesem Film um viel mehr als um das Rodeo-Showgeschäft, um Bullenreiten und Kälberfangen. Hier werden Geschlechterzuschreibungen hinterfragt, Erwartungshaltungen von Eltern beschrieben die Träume der Mädchen, von denen man bei aller Bewunderung nicht immer sagen kann, ob es ihre eigenen sind.

Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie: Anna Koch, Julia Lemke
Erscheinungsjahr: 2020
Herkunftsland: Deutschland