Drama

Chiara

Chiara, die 15-jährige Tochter einer fünfköpfigen Familie in Kalabrien, liebt ihre Eltern und ihre Schwestern, sie führt ein ganz normales Teenager-Leben, doch plötzlich tun sich Risse auf: Chiara beginnt zu ahnen, dass ihr Vater tief in die Machenschaften der ’Ndrangheta, der kalabrischen Mafia, verstrickt ist, bis er schließlich spurlos verschwindet. Chiara durchbricht nun energisch mit großem Mut das allgemeine Schweigen.

Chiara
Chiara | © MUBI

Regisseur Jonas Carpignano schließt mit diesem grandiosen Film seine Kalabrien-Trilogie ab, der Italo-Amerikaner hat dort gelebt und gearbeitet, er hat die Menschen und ihre Lebensumstände sehr genau kennengelernt. Dieser Mafia-Film verzichtet auf die üblichen Gewaltdarstellungen, er spürt stattdessen genau die Verheerungen auf, die in den Familien entstehen, die mit ihren engen Blutsbanden das Fundament der ’Ndrangheta bilden.

Wie in den besten Zeiten des italienischen Neorealismus erreicht der Film seine Glaubwürdigkeit und Unmittelbarkeit durch die Laien-Darsteller, die schlichtweg atemberaubend sind: Swamy Rotolo als Chiara und ihre echte Familie in den Hauptrollen haben in ihrer tragischen Zerrissenheit und ungekünstelten Ausdruckskraft echte Starqualitäten.

Kritiker: Knut Elstermann

großartig

Regie: Jonas Carpignano
Darsteller: Swamy Rotolo, Claudio Rotolo, Grecia Rotolo
Erscheinungsjahr: 2022
Herkunftsland: Italien, Frankreich