Vampirfilm

Blutsauger

In seinem neuen Film „Blutsauger“ führt uns Regisseur Julian Radlmaier („Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes“ ) zurück in die Filmgeschichte, die er allerdings sehr frei interpretiert.

Szene aus dem Film Blutsauger. (Bild: faktura film)
Lilith Stangenberg und Alexander Herbst | © faktura film

Ein Fabrikarbeiter (Alexandre Koberidze) soll 1928 in Eisensteins „Oktober“ als Trotzki mitspielen, fliegt aber aus dem Film (weil Trotzki in Ungnade gefallen ist) und hängt nun in einem mondänen deutschen Ostseebad fest, wo Vampire ihr Umwesen treiben.

Mit einem ebenso klugen wie herrlich verspielten Ensemble (darunter Lilith Stangenberg, Corinna Harfouch und Andreas Döhler) inszeniert Radlmair ein überhaupt nicht didaktisches, absurd-witziges, ironisches Lehrstück über die Wirkungsgesetze des blutsaugenden Kapitalismus, vermischt mit einer melodramatischen Lovestory und einer Liebeserklärung an das gute alte Stummfilmkino. So macht Marxismus richtig Spaß.

Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie: Julian Radlmaier
Darsteller: Alexandre Koberidze, Lilith Stangenberg, Alexander Herbst
Erscheinungsjahr: 2022
Herkunftsland: Deutschland
Filmstart: Do 12.05.2022