Dokumentation

Becoming Black

Leser der hervorragenden DDR-Modezeitschrift "Sybille" kannten das schöne Gesicht von Ines, einem schwarzen Modell. In "Becoming Black", einem sehr sehenswerten Dokumentarfilm, erzählt Ines Johnson-Spain ihre unglaubliche Geschichte.

Becoming Black (Screenshot) © Kobalt Productions
Becoming Black (Screenshot) | © Kobalt Productions

Ines Johnson-Spain wuchs in den 60er Jahren in einer weißen Familie auf. Niemand erklärte dem Kind, warum sie eine andere Hautfarbe hat, das sei eben eine genetische Besonderheit. Eine zeitlang lebt sie in einem Kinderheim. Die Wahrheit über den Seitensprung der Mutter erfährt sie zufällig und findet die Ursachen für ihre doppelte Stigmatisierung.

Im Film geht Ines Johnson-Spain ihrer Vergangenheit nach, sie verbindet geschickt ihre persönlichen Erfahrungen der Ausgrenzung mit einer Innenansicht noch immer geltender gesellschaftlicher und familiärer Tabus. Ruhig und sehr präzise stellt die Regisseurin die notwendigen Fragen, nimmt uns auf eine nahezu therapeutischen Reise zu ihrer eigenen Identität mit, die bis zu den neu gewonnenen Verwandten nach Afrika führt. Sie lädt auf stille, eindringliche Weise zu einem dringend notwendigen Dialog über den Alltagsrassismus damals und heute ein.

Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie: Ines Johnson-Spain
Erscheinungsjahr: 2020
Herkunftsland: Deutschland