Drama

Und morgen die ganz Welt

Der deutsche Wettbewerbsbeitrag in Venedig 2020 erzählt von Luisa (sehr überzeugend: Mala Emde), einer behütet aufgewachsenen Jurastudentin, die in ihrer Wohngemeinschaft in Kontakt mit der Antifa kommt und sich dort immer stärker gegen eine rechtspopulistische Partei und ihrer neofaschistischen Unterstützer engagiert.

Szene aus dem Film "Und morgen die ganze Welt"
Szene aus dem Film "Und morgen die ganze Welt" | © Alamode Film

Die Aktionen werden immer gefährlicher, immer tiefer dringen Luisa und ihre Freunde in ein Neonazi-Komplott ein. Die einzelnen Figuren in diesem packenden Film stehen dabei für unterschiedliche persönliche Strategien, für Gewaltverzicht oder Radikalisierung, für Formen des Widerstandes, der hier bei aller erkennbaren, politischen Sympathie nicht immer frei von Selbstgerechtigkeit erscheint.

Der Film von Julia von Heinz ("Ich bin dann mal weg"), der einige autobiografische Züge hat, bleibt als große, offene Frage noch lange in Erinnerung, als ein ehrliches Nachdenken über die persönlichen Entscheidungen für politische Ziele, aber auch über die richtigen, angemessenen Mittel im notwendigen Kampf gegen den Rechtsruck im Land.

Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie: Julia von Heinz
Darsteller: Mala Emde, Tonio Schneider, Luisa-Céline Gaffron
Erscheinungsjahr: 2020
Herkunftsland: Deutschland