1035 kHz

Radio Eli jetzt eigenständig

Seit dem 4. Februar 2020 steht Radio Eli, ein russischsprachiger Religionssender in Estland, auf eigenen Füßen. Der bisherige Verbund mit dem in estnischer Sprache sendenden Pereraadio wurde aufgelöst. Das ist nicht unbedingt ein Zeichen für eine gesicherte Existenz der Mittelwellenstation.

Radio Eli, 1035 kHz
Hilfsmast mit Überwachungskamera und Sendeantenne 1035 kHz bei Tartu | © Radio Eli

Der hier mitgeteilte Schritt könnte auch den einfachen Zweck haben, das UKW-Programm in Estland davor zu schützen, im Insolvenzfall mit in den Abgrund gezogen zu werden.

Zum 1. Januar 2020 hatte sich Trans World Radio aus dem Projekt zurückgezogen und sein Studio in Sankt Petersburg geschlossen. Im Januar wurde für die bisherigen TWR-Sendeplätze von einer Bespielung mit unterschiedlichsten Beiträgen berichtet. Das Programmschema verzeichnet momentan nur sehr generisch eine „Stimme der Hoffnung“.

Informationen von Dr. Hansjörg Biener; Stand vom 15.03.2020



Die Kooperation mit Trans World Radio machte, so hieß es in einem Hilferuf, ein Drittel des Gesamtbudgets von Radio Eli aus. Deshalb gefährde der Ausstieg von TWR die gesamte Existenz der Station.

Radio Eli nutzt mit 1035 kHz eine frühere Mittelwelle von Eesti Raadio, das seine AM-Sendungen bereits 1998 eingestellt hatte. Die alte Sendestation in Laitse bei Tallinn blieb nach dem Abtransport einiger Souvenirs sich selbst überlassen und ist inzwischen verwüstet.

Für Radio Eli entstand stattdessen bei Tartu eine neue Mittelwellenanlage. Sie erhielt zwei Antennenmasten, um die Sendeenergie in Richtung Südosten zu bündeln. Der Betrieb begann 2001 zunächst mit einem gebrauchten Röhrensender aus den USA. An dessen Stelle trat 2008 ein 100 kW starker Transistorsender der TRAM-Bauart.

2010 stieg Trans World Radio mit in das Projekt ein. Dem Sender wurde noch ein zweiter Block beigestellt. Die so auf 200 kW verdoppelte Sendeleistung wurde jeweils dann eingeschaltet, wenn auf 1035 kHz die Übernahmen von TWR liefen.

Radio Eli, Sender 1035 kHz
2010: Segnung der auf 200 kW verstärkten Senderanlage

 

Autor: Kai Ludwig