Sender Trincomalee - Sri Lanka auf Kurzwelle

Sender Trincomalee-Pekara
Blick aus einer Antenne der Station Trincomalee-Pekara | © DW

2011, mit der Einstellung unter anderem des deutschen Hörfunkprogramms, hatte die Deutsche Welle ihre Sendestation bei Trincomalee aufgegeben. Im Gegensatz zu allen anderen DW-Anlagen im Ausland (Portugal, Malta, Ruanda, Antigua) kam es hier jedoch nicht zur Demontage, sondern zu einer Übergabe an die Sri Lanka Broadcasting Corporation, die den Betrieb bis heute aufrechterhält.

Dabei ist der Mittelwellensender (400 kW auf 1548 kHz) derzeit von 15.30 bis 16.30 Uhr MEZ für ein Indien-Program von Adventist World Radio eingeschaltet. Am Wochenende geht dem ab 15.00 Uhr eine Sendung von FEBA-Radio voraus.

March 25, 2012: AWR begins new relay via Trincomalee
© AWR

Adventist World Radio ist heute auch der mit weitem Abstand größte Nutzer der Kurzwellentechnik. Wenn nicht gerade einer der mittlerweile häufigen und langen Ausfälle besteht, sind davon noch zwei Sender mit halber Leistung (125 kW) aktiv.

Eigentlich wollte der Technikdienstleister Encompass in Trincomalee strategisch einsteigen. Die Übereinkunft von 2020 scheint sich aber wieder erledigt zu haben. Die zeitweisen, geringfügigen Buchungen für die BBC sind in aktuellen Sendeplänen nicht mehr zu finden.

Außer den AWR-Sendungen kommen auf Kurzwelle damit nur noch Eigenprogramme der SLBC. Derzeit vorgesehen sind Übertragungen des singalesischen Programms von 17.30 bis 19.30 Uhr auf 11750 kHz sowie Sendungen in Bengalisch von 1.30 bis 2.00 Uhr und in Hindi von 3.00 bis 3.30 Uhr jeweils auf 11905 kHz.

Sender Ekala
Die alte Sendestation Ekala | © SLBC

Mit der Übernahme der DW-Station Trincomalee (genauer Standort: Pekara) hatte die SLBC ihre Kurzwellenanlagen in Ekala bei Colombo stillgelegt. Die dortigen Ausrüstungen waren entweder völlig veraltet oder konnten trotz recht jungen Alters mangels Ersatzteilen nicht weiter betrieben werden.

Letzteres betraf zwei Sender aus japanischer Fertigung, die NHK erst 1992 für eine zeitweise Mitnutzung des Standorts beigestellt hatte. Vor dem japanischen Auslandsrundfunk waren schon AWR (von 1950 bis 1957 und nochmals von 1971 bis 1988) sowie die Voice of America langjährige Stammkunden in Ekala.

Sender Iranawila
© RFA

Die VOA schritt dann zum ganz umfangreichen Ausbau und errichtete an der Küste 60 Kilometer nördlich von Colombo eine eigene Großanlage. Sie hatte gegenüber den VOA-Stationen in Thailand und den Philippinen einen wesentlichen Vorteil: Im Gegensatz zu den dortigen Regierungen gestattete Sri Lanka auch Ausstrahlungen von Radio Free Asia.

Trotzdem brach ein nicht sehr starker Sturm, der 2013 fünf Antennen zerstörte, der Station das Genick. Wie sich bei den anschließenden Überprüfungen herausstellte, war die gesamte Antennenanlage massiv korrodiert und nicht mehr zu retten. Ein Versuch, das Problem den Rechtsnachfolgern des englischen Lieferanten anzulasten, scheiterte.

Da ein Neuaufbau nicht mehr in Betracht kam, wurde die Station 2016 aufgegeben. Erhalten blieb nur das Gebäude, dessen Sendersaal auch 2020 noch als solcher erkennbar war.

Dort standen unter anderem drei Sender aus der 1996 stillgelegten Sendestation Glória in Portugal. Sie wurden inzwischen zur letzten Kurzwellenanlage von Radio Martí in den USA (bei Greenville, North Carolina) umgesetzt, um die dort seit den 60er Jahren genutzten Ausrüstungen abzulösen.

 

Beitrag von Kai Ludwig; Stand vom 28.12.2022