Uraufführung - Love Boulevard

von Lies Pauwels

BE Neues Haus
© Moritz Haase

Kaum ein Thema löst so heftige Kontroversen und ambivalente Emotionen aus wie das Geschäft mit Sexarbeit – auch in feministischen Debatten. Die Lebensrealitäten von Sexarbeiter:innen sind individuell sehr verschieden und obwohl Sexarbeit in Deutschland legal ist, leben viele von ihnen nach wie vor in prekären Situationen. Sexarbeiter:innen haben gemeinsam, dass sie zu einer vulnerablen und gleichzeitig nahezu unsichtbaren Gruppe der Gesellschaft gehören. Die Doppelmoral unserer Gesellschaft zieht für sie häufig ein diskriminierendes Doppelleben nach sich. Mit dem Körper als Ausgangspunkt schaut Lies Pauwels spielerisch hinter unsere gesellschaftliche Fassade: Was und wer darf sichtbar sein und wen und was verbannen wir in die Unsichtbarkeit? Wie offen oder versteckt gehen wir mit Einsamkeit um, mit Begehren, mit Macht- und Ohnmachtsfantasien und was erzählen unsere körperlichen Sehnsüchte über uns? Das neue Projekt von Lies Pauwels entsteht aus einer Zusammenarbeit von Sexarbeiter:innen aus Berlin und Mitgliedern des Berliner Ensembles. Die Inszenierung hat keinen repräsentativen Anspruch, die beteiligten Sexarbeiter:innen kommen selbst zu Wort.

Die Arbeiten der renommierten belgischen Regisseurin LIES PAUWELS entstehen weitgehend aus kontrollierten Improvisationen; die Mittel der Choreografie und Musik sind darin wesentlich. Pauwels bringt widersprüchliche Welten miteinander ins Spiel und umkreist dabei sensibel und vielschichtig gesellschaftliche Tabuzonen.

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