Nach 16 Monaten - Kurzwellensender in Ţigăneşti repariert

Die Sendestation Ţigăneşti | © Panoramio, CC

Seit April 2021 war ein Sender der Kurzwellenstation Ţigăneşti bei Bukarest ausgefallen. Die Reparatur zog sich lange hin, nämlich bis zum 17. August 2022. Wie aus Rumänien zu hören ist, fehlte es an Ersatzteilen – ein weiterer Fall des bekannten Problems stockender Lieferungen aus China.

Dabei besonders interessant oder auch ironisch: Der betroffene Sender kommt aus den USA. Diese Technik war in Rumänien 2007/2008 im Rahmen eines umfassenden Modernisierungsprojekts installiert worden.

Es handelt sich nicht um einen Einzelfall: Das Eternal Word Television Network in den USA betreibt ebenfalls Sender dieses Herstellers und kann sie, so zumindest die selbst gegebene Auskunft, wegen der ausbleibenden Lieferungen kaum noch in Betrieb halten.

Zwar wird das spanische Hörfunkprogramm von EWTN inzwischen auch wieder auf der Nachtfrequenz 5970 kHz übertragen. Die englischsprachigen Sendungen nach Westafrika sind hingegen weiterhin unterbrochen. Dabei steht allerdings die Frage, ob deren nochmalige Aufnahme nach mittlerweile fünf Monaten überhaupt noch ernsthaft angestrebt wird.

Bei der Modernisierung in Rumänien erhielt die Station Ţigăneşti (hier geht es um jenes Ţigăneşti, das zwischen Bukarest und Plojeşti liegt) ursprünglich drei Sender. Einer davon war als Reserve bestimmt. Schon nach kurzer Zeit begann jedoch dessen Ausschlachtung als Ersatzteilspender.

Deshalb konnte erst jetzt wieder der volle Sendebetrieb für Radio Rumänien International aufgenommen werden:

00.00-00.56 Uhr: 7325, 9790 kHz; Englisch
01.00-01.56 Uhr: 9700, 11650 kHz; Spanisch
02.00-03.56 Uhr: 7375, 9550 kHz; Engl., Franz.
04.00-04.56 Uhr: 9700, 11780 kHz; Spanisch
05.00-05.56 Uhr: 7375, 9850 kHz; Englisch
06.00-06.26 Uhr: 15220 kHz; Digitalsignal
06.00-06.26 Uhr: 17760 kHz; Chinesisch
06.30-06.56 Uhr: 6190 kHz; Russisch
06.30-06.56 Uhr: 7305 kHz; Digitalsignal
07.00-07.26 Uhr: 15400, 17520 kHz; Französisch
07.30-07.56 Uhr: 9660, 21550 kHz; Englisch
08.00-08.26 Uhr: 7325 kHz; Digitalsignal
08.00-08.26 Uhr: 9700 kHz; Deutsch
08.30-08.56 Uhr: 9740, 11980 kHz; Arabisch
So 09.00-09.56 Uhr: 13750, 17780 kHz; Rumän.
So 10.00-10.56 Uhr: 11990, 13790 kHz Rumän.
So 11.00-11.56 Uhr: 13790, 15130 kHz; Rumän.
12.00-12.56 Uhr: 13790, 15130 kHz; Französisch
13.00-14.26 Uhr: 13750, 15130 kHz; Engl., Arab.
14.30-14.56 Uhr: 15160, 17760 kHz; Chinesisch
15.00-15.56 Uhr: 11940, 13610 kHz; Russisch
16.00-16.56 Uhr: 9600, 11880 kHz; Deutsch
17.00-17.26 Uhr: 9580 kHz; Digitalsignal
17.00-17.26 Uhr: 11810 kHz; Russisch
17.30-17.56 Uhr: 11830, 13660 kHz; Arabisch
18.00-18.56 Uhr: 7265, 9590 kHz; Rumänisch
19.00-19.56 Uhr: 9760 kHz; Digitalsignal
19.00-19.56 Uhr: 11850 kHz; Englisch
20.00-20.56 Uhr: 7245 kHz; Digitalsignal
20.00-20.56 Uhr: 9570 kHz; Deutsch
21.00-21.56 Uhr: 9610, 11850 kHz; Spanisch
22.30-22.56 Uhr: 11850, 13650 kHz; Englisch
23.00-23.56 Uhr: 9620 kHz; Digitalsignal
23.00-23.56 Uhr: 11650 kHz; Spanisch

Die Sendung um 18.00 Uhr ist für Israel bestimmt. Seit 2017 wird sie sonntags in hebräischer Sprache gestaltet, da es bei den Nachfahren der einstigen Auswanderer in der mittlerweile dritten Generation kaum noch rumänische Sprachkenntnisse gibt.

Teils mit identischem, teils auch mit separatem Programm bespielt wird die seit der Modernisierung mit zwei Sendern ausgerüstete Station Galbeni bei Barchau.

Eine der dabei bestehenden Lücken im Programmablauf wird für die Bedienung eines ausländischen Kunden genutzt: Des Italian Radio Relay Service, der hier Sendungen von Exiläthiopiern aus Toronto überträgt.

00.00-00.56 Uhr: 5945, 7310 kHz; Englisch
01.00-01.56 Uhr: 9760, 11800 kHz; Spanisch
02.00-03.56 Uhr: 7420, 9730 kHz; Rumänisch
04.00-04.56 Uhr: 9440, 11945 kHz; Spanisch
05.00-05.56 Uhr: 11825 kHz; Englisch
05.00-05.56 Uhr: 15330 kHz Digitalsignal
06.00-06.56 Uhr: 6015, 7325 kHz; Rumänisch
07.00-07.26 Uhr: 6015 kHz; Französisch
07.00-07.56 Uhr: 7325 kHz; Digitalsignal
07.30-07.56 Uhr: 17760 kHz; Englisch
08.30-08.56 Uhr: 9660, 11790 kHz; Arabisch
So 09.00-09.56 Uhr: 11790, 15200 kHz; Rumän.
So 10.00-10.56 Uhr: 11650, 15200 kHz; Rumän.
So 11.00-11.56 Uhr: 11650, 15150 kHz; Rumän.
12.00-12.56 Uhr: 11650, 15150 kHz; Französisch
13.00-13.56 Uhr: 15320, 17670 kHz; Englisch
14.00-14.26 Uhr: 11700, 15320 kHz; Arabisch
15.00-17.00 Uhr: 11950, 15340 kHz; Rumänisch
Mo, Di, Do, Fr, So 17.00-17.30 Uhr: 15400 kHz; IRRS
17.30-17.56 Uhr: 9810, 11900 kHz; Arabisch
18.00-18.56 Uhr: 9500, 11975 kHz; Französisch
19.00-21.56 Uhr: 9500, 11975 kHz; Rumänisch
22.00-22.26 Uhr: 9575 kHz; Französisch
22.00-22.56 Uhr: 7315 kHz; Digitalsignal
22.30-22.56 Uhr: 9740 kHz; Englisch

Auch der älteste rumänische Kurzwellenstandort, die Station Săftica bei Bukarest, ist noch immer aktiv. Hier beschränkte man sich bei der Modernisierung auf einen Sender mit 100 statt 300 kW. Der größte Teil der Gebäude und Antennen in Săftica ist längst aufgegeben.

Da dieser eine Sender von Radio Rumänien International nur noch in geringem Umfang genutzt wird, gibt es am Wochenende wiederum eine zusätzliche Vermietung an den Italian Radio Relay Service, hier mit einer für Europa bestimmten Mischung verschiedener Beiträge.

Sa 10.00-11.00 Uhr: 9510 kHz; IRRS
So 11.30-14.00 Uhr: 9510 kHz; IRRS
14.00-15.00 Uhr: 9490 kHz; Rumänisch
16.00-16.26 Uhr: 9520 kHz; Italienisch
16.30-19.56 Uhr: 5910 kHz; mehrsprachig*)
20.00-20.26 Uhr: 5910 kHz; Digitalsignal
20.30-21.56 Uhr: 5910 kHz; mehrsprachig*)
*) Aromunisch, Ukrainisch, Serbisch, Italien.

In der Vergangenheit war die Station Săftica wahrscheinlich auch in die Ausstrahlung von Bizim Radyo eingebunden. Dieses Projekt der türkischen Kommunisten nutzte ansonsten Sender in der DDR.

Sowohl dort als auch in anderen RGW-Ländern erst 1990 gewagt wurde die Ausstrahlung von Sendungen in russischer Sprache. Bis dahin hatte sich die Ansprache eines Publikums in der Sowjetunion auf das Austauschformat „Stimmen der Freunde“ zu beschränken, verbunden mit so mancher Stilblüte.

Radio Bukarest begann hingegen schon 1975 mit Direktsendungen in die UdSSR. Das gilt noch heute als Ausdruck einer Eigenständigkeit, die allerdings kritischer Würdigung bedarf: Gegen Ende der 80er Jahre avancierte Bukarest neben Peking und Pjöngjang, durchaus auch offen sichtbar gemacht, zu den letzten Verbündeten des DDR-Führungszirkels um Erich Honecker.

 

Autor: Kai Ludwig, mit Informationen von Alexander Busneag; Stand vom 29.08.2022