Ausstrahlungen aus Frankreich und Rumänien - Sendungen nach Äthiopien auf teils neuen Frequenzen

Äthiopien mit Oromia
© TUBS, CC-BY-SA

Während um Tigray fast schon Grabesstille eingetreten ist, laufen auf Kurzwelle weiterhin mindestens Sendungen für eine andere äthiopische Provinz, und zwar Oromia. In zwei Fällen kam es dabei gerade zu Frequenzänderungen.

Das betrifft zum einen Raadiyoonii Dirree Shaggar. Diese Sendungen stammen von Exiläthiopiern in den USA, die das Gesamtpaket ihrer Medienaktivitäten als Oromia Public Media präsentieren.

Ausgestrahlt werden die Produktionen über die Kurzwellensender in Frankreich. Das geschieht nun an Arbeitstagen von 17.00 bis 17.30 Uhr, am Wochenende von 17.00 bis 18.00 Uhr MEZ jeweils auf 15410 kHz.

Beim Empfang tritt öfters (zumindest war dem bis vor einigen Monaten so) ein harmlos wirkendes Rauschen in Erscheinung. Das ist dann eine Störsendung, bei der in Addis Abeba darauf geachtet wird, die Sabotierung für Laien als einfach nur schlechten Empfang erscheinen zu lassen.

Weiterhin verschwunden (nicht nur auf Kurzwelle, sondern auch online) ist das Oromia Media Network. Nach wie vor auf Sendung ist hingegen Arraata Biyyoolessa Oromiya, ebenfalls ein Projekt von Exiläthiopiern, in diesem Fall in Toronto.

Dabei kam es nun wiederum zu einer Frequenzänderung. Die Ausstrahlung aus Rumänien läuft jetzt zwischen 17.00 und 17.30 Uhr auf 15385 kHz. Jeweils am Donnerstag und Sonntag pausiert die Sendung.

Weiterhin aktiv ist auch der Klassiker unter den Sendungen nach Oromia: Sagalee Bilisumma Oromoo aus Berlin. In altbekannter Weise kommt die Übertragung aus Nauen im Winter jeweils am Mittwoch, Freitag und Sonntag von 18.00 bis 18.30 Uhr auf 9610 kHz.

Sehr ruhig geworden ist es um Tigray. Das gilt auch für den Kurzwellenrundfunk: Die täglichen zwei Sendestunden der Dimtse Woyane Tigray sind zum 1. Dezember entfallen.

Verblieben sind nun noch Sendefolgen, die seit dem Sommer täglich von 17.00 bis 17.30 Uhr auf 15185 kHz kommen, wiederum aus Frankreich und in sehr schlechter technischer Qualität. Bis jetzt konnten diese Sendungen keinem Urheber zugeordnet werden.

Ein Versuch, die Stationsansage als „Yamaria Alamakas Radio“ wiederzugeben, führt ebenfalls nicht weiter. Somit bleibt bereits unklar, ob diese Produktionen tatsächlich, wie es der Fall zu sein scheint, auf Tigray zielen.

Hier könnte es seit dem Sommer auch Änderungen gegeben haben. Damalige Beobachtungen zeigten ein offenbar umfangreicheres Programm, in das hinein die Kurzwellenfrequenz ein- und ebenso unvermittelt nach 30 Minuten wieder ausgeschaltet wurde.

 

Beitrag von Kai Ludwig; Stand vom 09.12.2022