Elektro Beats

Amazônia von Jean-Michel Jarre

Amazônia von Jean-Michel Jarre
Amazônia von Jean-Michel Jarre | © Columbia

Unbestritten sind Jean-Michel Jarres Verdienste für die populäre elektronische Musik. Seine Alben "Oxygene" (1976), "Equinoxe" (1978) und "Magnetic Fields" (1981) sind alles Klassiker und Megaseller. 1984 dominierten Samples und die Mitwirkung der Performance- Künstlerin Laurie Anderson sein Album "Zoolook".

Nicht zu vergessen, seine zahlreichen Mega-Konzertevents an ungewöhnlichen Orten für deren Durchführung er mehrmals ins "Guinness-Buch der Rekorde" kam.

Spannend auch sein 2-teiliges "Electronica"- Projekt, für das er mit zahlreichen anderen wichtigen Elektronik-Musiker/innen zusammen arbeitete.

Mittlerweile kannte man auf vielen Alben seinen typischen Jarre- Trademark- Sound.

Umso positiv überrascht jetzt sein neues, 9-teiliges "Amazônia"- Werk, geht es doch diesmal in eine komplett andere Richtung. Jarre integrierte vierzig Klangquellen, die zwischen 1960 und 2019 an verschieden Orten des Amazonasgebiets aufgenommen wurden und die ihm das Klangarchiv des Museums für Völkerkunde in Gent zur Verfügung gestellt hat.

Das Album ist der Soundtrack zu einer Wander-Fotoausstellung von Sebastiao Salgado, der die Regenwälder des Amazonas mehrmals mit seiner Kamera bereist hat.

Diesmal verzichtet Jarre auch fast komplett auf Rhythmus-Pattern und schuf ein großartiges Ambient- Werk, dass mit seinen zahlreichen Fieldrecordings und Samples entfernt an das "Chill Out"- Album von The KLF erinnert.

Für mich eine seiner überzeugendsten Veröffentlichungen der letzten Jahre !

Olaf Zimmermann