Missionssendungen aus Alaska - KNLS künftig auch mit Koreanisch

World Christian Broadcasting: The world is listening
© KNLS

Seit fast 40 Jahren werden Missionsprogramme aus Alaska auf Kurzwelle nach Asien abgestrahlt. Für den Januar ist hier nun eine maßgebliche Erweiterung geplant: Erstmals ins Programm kommen Sendungen in koreanischer Sprache.

Das kündigt der Betreiber World Christian Broadcasting in seinem aktuellen Rundbrief an.

Dieser Veranstalter war 1976 in Texas von Anhängern der Churches of Christ gegründet worden. Deren ursprüngliches Projekt einer Kurzwellenstation auf der Antilleninsel Barbados scheiterte.

Ein günstiges Grundstücksangebot mündete stattdessen in die Wahl eines Standorts, der in denkbar großem Kontrast zu den ursprünglichen Plänen steht: Anchor Point auf Kenai, einer Halbinsel südwestlich von Anchorage.

Der Betrieb begann hier 1983. Vorhanden sind heute zwei Sender und ebenfalls zwei nach Nordwesten ausgerichtete Antennenvorhänge, die den Bereich von den Philippinen bis zum Ural abdecken. Versuche, mit den nördlichen Ausläufern der Richtstrahlung auch Europa zu erreichen, lieferten keine brauchbaren Ergebnisse und wurden 1988 aufgegeben.

Somit bleibt die Sendeanlage aus hiesiger Sicht ein Ziel für sportliche Empfangsversuche. Dazu der momentan, also bis zum Start der angekündigten koreanischen Sendungen, geltende Programmablauf:

09.00-10.00 Uhr: 6075 kHz; Englisch
09.00-11.00 Uhr: 7370 kHz; Chinesisch
10.00-11.00 Uhr: 9540 kHz; Russisch
11.00-12.00 Uhr: 9680 kHz; Englisch
11.00-12.00 Uhr: 9715 kHz; Chinesisch
12.00-13.00 Uhr: 9570 kHz; Russisch
12.00-13.00 Uhr: 9720 kHz; Chinesisch
13.00-14.00 Uhr: 9580 kHz; Englisch
13.00-14.00 Uhr: 9625 kHz; Englisch
14.00-15.00 Uhr: 7395 und 9760 kHz; Chin.
15.00-16.00 Uhr: 6110 kHz; Englisch
15.00-16.00 Uhr: 9535 kHz; Chinesisch
16.00-17.00 Uhr: 9550 kHz; Russisch
16.00-17.00 Uhr: 9730 kHz; Chinesisch
17.00-19.00 Uhr: 6110 kHz; Russisch
17.00-19.00 Uhr: 9550 kHz; Chinesisch

Eine wesentliche Erweiterung bei den Zielgebieten und damit auch Sendesprachen brachte 2016 eine weitere Sendestation in Madagaskar:

03.00-05.00 Uhr: 6180 kHz; Spanisch
03.00-05.00 Uhr: 13760 kHz; Englisch
05.00-06.00 Uhr: 11825 kHz; Englisch
05.00-06.00 Uhr: 17530 kHz; Chinesisch

19.00-20.00 Uhr: 9885 kHz; Russisch
19.00-21.00 Uhr: 13670 kHz; Engl., Arab.
20.00-21.00 Uhr: 9845 kHz; Russisch
21.00-22.00 Uhr: 11965 kHz; Englisch
21.00-22.00 Uhr: 13710 kHz Arabisch
22.00-24.00 Uhr: 9765 kHz; Portugiesisch
22.00-24.00 Uhr: 11610 kHz; Chinesisch

Die Sendezeit des letztgenannten Programms braucht nicht zu verwundern: Im Gegensatz zur morgendlichen Sendung im 16-Meterband zielt diese Ausstrahlung nicht auf China, sondern auf Europa, namentlich die größere Zahl Chinesisch sprechender Personen in England.

In Alaska trennen die USA keine hundert Kilometer von der Russischen Föderation (hier dem autonomen Bezirk Tschukotka). Das könnte zu der Frage führen, ob man es womöglich mit internationalen Sendungen auch auf Mittelwelle versucht: Zwei Missionssender tun das von Nome aus tatsächlich.

Zuerst begann 1969 das von einer evangelikalen Kirche betriebene KICY mit Ausstrahlungen in, wie es schreibt, „diesen oft kalten und dunklen Teil der Welt“. Sicher in erster Linie an potentielle Käufer der Sendezeit gerichtet ist eine Reichweitenkarte, die ein Sendegebiet noch über Magadan hinaus suggeriert.

Das dürfte dann doch ein recht großzügiger Umgang mit der Wahrheit sein. Zwar hat KICY für sein russisches Programm eine aus drei Masten bestehende Richtantenne gebaut. Es bleibt jedoch an die für Mittelwellenstationen in den USA generell geltende Beschränkung der Sendeleistung auf höchstens 50 kW gebunden.

Ab Mitte der 70er Jahre versuchte sich mit KNOM auch noch eine katholische Station an Ausstrahlungen über die Beringstraße. Es ist mittlerweile keine Überraschung mehr, in welche Straftat dieser Sender mit hineingezogen wurde: Sexueller Missbrauch von Kindern und dessen systematische Vertuschung.

Letztlich sendete KNOM seine russischen Programme ins Nichts. Auch Vertreter von KICY erlebten eine Enttäuschung, als sie 1989 erstmals ihr zu diesem Zeitpunkt noch sowjetisches Zielgebiet besuchen und dort nur eine äußerst geringe Hörerbeteiligung feststellen konnten.

 

Beitrag von Kai Ludwig; Stand vom 16.12.2022