Burmesische Sender - Mizzima-Ausstrahlungen weiter ausgebaut

Mizzima TV
© Mizzima

Nach mittlerweile zwei Jahren interessiert die erneut totalitäre Machtausübung des burmesischen Militärs kaum noch jemanden, während der 1989 von der Junta eingeführte Landesname Myanmar sich nunmehr breiter Akzeptanz erfreut. Noch immer ausgebaut werden indes die Kurzwellensendungen in das südasiatische Land.

Das Ende des Interesses

Als einschlägiger Nutzer dieses Mediums bekannt ist vor allem das 1998 im Exil gegründete Mizzima. Im Zuge der zeitweisen Liberalisierung konnte Mizzima ab 2012 im Land selbst arbeiten. Das kulminierte 2017 in einer terrestrischen Fernsehlizenz.

Nachdem das Militär aufgefahren war, fand die Ausstrahlung über DVB-T2 sofort ihr Ende. Mitwirkende des Senders wurden in der Folge festgenommen und verhört, dabei teils gefoltert.

Zur damit wieder im Untergrund laufenden Arbeit gehören seit Ende 2021 auch Hörfunksendungen auf Kurzwelle. Bis zum vergangenen Mai wurden sie auf drei Stunden pro Tag ausgebaut.

Zum Jahreswechsel kam es nun zu einer nochmaligen Erweiterung der Sendezeit auf der Frequenz 17755 kHz aus Taiwan. Sie soll damit von 2.30 bis 3.00 und von 4.00 bis 5.30 Uhr zum Einsatz kommen. Unverändert blieb der Sendeplatz in Abu Dhabi, von 12.30 bis 14.00 Uhr auf 17730 kHz.

Ein professioneller Monitoringdienst macht dazu Andeutungen über einen jetzt zu bestimmten Zeiten anders lautenden Sendetitel. Wer das überprüfen will, könnte etwa um 12.30 Uhr und um 13.30 Uhr genauer hinhören. Um 13.00 Uhr gibt es die bekannte Ansage als „Mizzima Radio“.

Schon einige Stunden vor dem offenen Aufzug am 1. Februar 2021 festgesetzt wurde die „Staatsrätin“ Aung San Suu Kyi, die sich in den Jahren zuvor selbst verzwergt und tief in den Genozid an den Rohingya verstrickt hatte. Im Mai 2021 wurde ihre Partei von der Junta für aufgelöst erklärt.

Kreise dieser Partei bildeten anschließend eine „National Unity Government“ und begannen im August 2021 ebenfalls mit der Produktion von Hörfunksendungen. Zunächst gab es hier ein ständiges Hin und Her, etwa mit wochenlangen Musiktests aus Madagaskar, die am Ende zu nichts führten.

Radio NUG
Werbung für eine der vielen Varianten, die ausprobiert wurden | © radioeins/MM

Erst Anfang 2022 kristallisierte sich für Radio NUG ein Konzept heraus, und zwar zwei tägliche, aus Taiwan abgestrahlte Sendungen. Sie laufen derzeit von 3.00 bis 3.30 Uhr auf 17790 kHz und von 15.00 bis 15.30 Uhr auf 11940 kHz. Von der Produktion durch politische Aktivisten (statt durch Medienprofis) zeugt etwa diese verunglückte Abmischung.

Nicht wieder auf die Kurzwelle zurückgekehrt ist hingegen die Democratic Voice of Burma, die von 1992 bis 2013 aus Norwegen aktiv war (auch sendetechnisch, bis die Anlagen 2003 stillgelegt wurden), wovon die Internetadresse dvb.no noch heute kündet. Die 2014 vollzogene Einstellung der Hörfunksendungen bleibt wohl endgültig.

 

Beitrag von Kai Ludwig mit Informationen von Ivo Ivanov; Stand vom 14.01.2023