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Same Trailer Different Park von Kacey Musgraves

Same Trailer Different Park von Kacey Musgraves
Teils bitter, teils witzig – hier spricht eine die sich auskennt. „Ain’t what you want, it’s what you know“ singt Kasey Musgraves über ihr Zuhause, dem Trailer Park, und erzählt die Geschichten von sich und ihren Nachbarn.

Die Casting-Show erprobte Texanerin erinnert an die frühe Sheryl Crow, ihr Country ist Folk, Pop und Rock geprägt, nicht der synthetische Sound von Autotune, sondern die Mandoline gibt hier den Ton vor, das Songwriting steht unbedingt im Vordergrund, was mehr als erstaunt, denn mit ihrem bereits vierten Album ist die 24 Jährige an die Spitze der US Country Charts gekommen.

In den zwölf Songs werden die Protagonisten nie vorgeführt, allenfalls lebensweise entlarvt: „sticks and stones may build a throne, but you’ll be up there all alone“. Sie ist weniger das Sprachrohr amüsierwütiger, popsüchtiger poor little rich kids à la Taylor Swift als vielmehr Erbin einer Loretta Lynn, die als Coal Miners Daughter Sozialreportage und Rebellion gleichermaßen verkörperte.

Das ist noch nicht in jedem Song mit solcher Brillanz zu spüren wie in Merry Go ‚Round, Follow Your Arrow und Silver Lining, aber hier schlägt das Herz des weißen Präkariats mit Leidenschaft und Smartness. Wahrlich ein freudiger Befund, zumal im Country Mainstream.

Christine Heise im TIP-Magazin