Kommentar von Lorenz Maroldt - Macht-Demonstration: FIFA verbietet "One Love"-Binde

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Die "One-Love"-Armbinde gilt als Zeichen für Vielfalt, Toleranz und Protest gegen einige Gesetze des Gastgebers der Fußball-WM Katar. Mehrere Spieler wollten die vielfarbige Binde während des Turniers tragen, auch DFB-Kapitän Manuel Neuer. Doch darauf wird Neuer verzichten, da der Weltfußballverband FIFA Sanktionen angedroht hatte.

Spieler, die ihre Nationalhymne nicht mitsingen und weinende Fans in den Rängen - das gab es gestern bei der Fußball-WM in Katar beim ersten Spiel der Nationalmannschaft aus dem Iran zu sehen. Dass die iranischen Spieler nicht mitgesungen haben, sollte ein Zeichen sein und zeigen, dass sie sich mit den Regierungskritiker*innen in ihrer Heimat solidarisieren.

Auch die deutsche National-Elf wollte eigentlich ein Zeichen setzen. Doch Kapitän Manuel Neuer wird bei den WM-Spielen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Katar nun doch nicht mit der "One-Love"-Kapitänsbinde auflaufen. Der Deutsche Fußball-Bund und die anderen an der Aktion für Gleichberechtigung und Meinungsfreiheit beteiligten Verbände würden wegen angedrohter FIFA-Sanktionen auf das Symbol verzichten, teilte der DFB am Montag mit.

Ist damit die letzte Chance vertan, diese WM noch zu retten? Ein Kommentar dazu von Lorenz Maroldt, dem "Tagesspiegel"-Chefredakteur.