Kommentar von Lorenz Maroldt

Senat kauft gut 14.000 Wohnungen auf

Der Berliner Senat ist mit seinen Plänen, gut 14.000 Wohnungen von den Immobilienkonzernen Deutsche Wohnen und Vonovia zu kaufen, einen wichtigen Schritt vorangekommen.

Lorenz Maroldt © radioeins/Beate Kaminski
Lorenz Maroldt | © radioeins/Beate Kaminski

Die Aufsichtsgremien der landeseigenen Wohnungsgesellschaften Degewo und Howoge haben am Montag ihre Zustimmung gegeben, wie ein Sprecher der Senatsverwaltung für Finanzen mitteilte. Zuvor hatte es bereits grünes Licht von der Berlinovo gegeben. Die drei Gesellschaften kaufen die Wohnungen und finanzieren das mit Krediten. Der Kauf soll Ende der Woche notariell beurkundet werden.

Details wie Lage und Zustand der Wohnungen sind öffentlich noch nicht bekannt. Dem Vernehmen nach kosten sie zusammen 2,4 Milliarden Euro. Der umstrittene Wohnungsdeal gilt als größter dieser Art seit langem.

Der Senat will angesichts von Wohnungsknappheit und gestiegenen Mieten in Berlin möglichst viele Wohnungen wieder in staatlichen Besitz zurückholen. Derzeit bewirtschaften die kommunalen Gesellschaften rund 340.000 Wohnungen, ein Fünftel der rund 1,67 Millionen Mietwohnungen in Berlin. Die Deutsche Wohnen ist mit rund
114.000 Wohnungen Berlins größer privater Vermieter.

Ist das der richtige Weg, brauchen wir den Volksentscheid am 26. September noch? Ein Kommentar dazu von Lorenz Maroldt, dem "Tagesspiegel"-Chefredakteur.

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Lorenz Maroldt

Chefredakteur des Tagesspiegels

Lorenz Maroldt © dpa - Bildfunk
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Er glaubt an die Zukunft des Printjournalismus. Das ist gut so, denn Lorenz Maroldt ist seit 2004 Chefredakteur des Berliner Tagesspiegels. Der Kölner Lorenz Maroldt wurde 1962 geboren. ... [mehr]