Kommentar von Friedrich Küppersbusch

Es ist Bewegung reingekommen

Revolte der SPD-Basis: Die Brandenburger SPD-Politikerin Klara Geywitz hat den Sprung an die Parteispitze verpasst. Zusammen mit Bundefinanzminister Olaf Scholz verlor sie die Stichwahl gegen das Duo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans. Die Bundestagsabgeordnete und der frühere Finanzminister von Nordrhein-Westfalen holten gut 53 Prozent.

Nach der Wahl des neuen SPD-Führungsduos Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans droht der großen Koalition die Zerreißprobe © dpa/Kay Nietfeld
Nach der Wahl des neuen SPD-Führungsduos Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans droht der großen Koalition die Zerreißprobe | © dpa/Kay Nietfeld

Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans haben die Stichwahl um den SPD-Parteivorsitz gewonnen. Sie bekamen 53,06 Prozent der Stimmen. Auf das andere Bewerber-Duo Scholz/Geywitz entfielen 45,33 Prozent. An der Abstimmung beteiligte sich nur gut jedes zweite der mehr als 425.000 SPD-Mitglieder.   

Bei der Bekanntgabe des Ergebnisses betonten alle vier Politiker ihren Willen zur Zusammenarbeit. Scholz sagte, hinter der neuen Parteiführung müssten sich alle versammeln. Auch Walter-Borjans erklärte, man müsse dafür sorgen, dass die Partei zusammenbleibe. Es sei eine Herausforderung, die Bindung großer Gruppen der Bevölkerung an die SPD wiederzubeleben.   

Scholz/Geywitz sind Befürworter der Großen Koalition, die jetzt gewählten Walter-Borjans und Esken gelten als Kritiker.

Formal gewählt wird die neue SPD-Spitze am kommenden Freitag auf dem Bundesparteitag in Berlin. Esken kündigte an, die SPD werde auf ihrem Parteitag am kommenden Wochenende über die Zukunft der Koalition diskutieren. In den ARD-Tagesthemen sagte sie, dass sie und der Co-Vorsitzende Walter-Borjans keinen Alleingang planten. Vielmehr strebten sie einen gemeinsamen Kurs mit der Fraktion und den SPD-Ministern an. Diese sind mehrheitlich dafür, das Regierungsbündnis mit der Union fortzusetzen.

Die neue SPD-Spitze: Was ist das Gute an dieser Entscheidung? Ein Kommentar von Friedrich Küppersbusch.

Nach der Wahl des neuen SPD-Führungsduos Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans droht der großen Koalition die Zerreißprobe © dpa/Kay Nietfeld
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radioeins Kommentator

Friedrich Küppersbusch

Journalist, Autor und Fernsehproduzent

Friedrich Küppersbusch © dpa - Report
dpa - Report

Der Weg ist das Ziel. Knapp neun Jahre studierte Friedrich Küppersbusch Journalistik an der Universität in Dortmund. Es lohnte sich, denn er bekam anschließend ein ... [mehr]