radioeins Plattenkritiken

CD der Woche
23.06.2017

Soundcheck

Weather Diaries von Ride

Weather Diaries von Ride

Slowdive haben es vorgemacht. Nun veröffentlichen auch die Recken von Ride nach über 20 Jahren ein neues Album. Liegt gerade etwas in der englischen Luft, das nach Shoegazern verlangt? Ride zeigen weniger psychedelische Einflüsse, dafür mehr postpunkige Gitarren. Der zweistimmige Gesang der beiden Frontmänner und Gitarristen, Andy Bell & Mark Gardener, ist nett. Doch insgesamt wirkt das Album nicht besonders einfallsreich. Schade um’s Erbe.                     Claudia Gerth (radioeins)   [mehr]

23.06.2017

Soundcheck

Woodstock von Portugal. The Man

Woodstock von Portugal. The Man

Man kann die Welt, insbesondere die USA, nicht begreifen, findet diese Band nun schon seit über zehn Jahren. Für ihr achtes Album suchten sie lange nach einem Ansatz für ihren eklektisch-delirierenden Beat-Pop. Zwei alte Woodstock-Tickets eines Vaters lieferten die Initialzündung. Vom Rebellen, der etwas lostreten kann" ist nun die Rede, der Geist der späten 60er wird beschworen mit klugen, aufmüpfigen Pop-Hits. Die Band sägt den Schädel Amerikas auf, um hineinzuspucken. Mit rosa Spucke.   Kai Müller (Der Tagesspiegel) [mehr]

23.06.2017

Soundcheck

City Music von Kevin Morby

City Music von Kevin Morby

Mit seiner Gruppe The Babies spielte er flotten Garagenrock, als Solokünstler reüssierte Kevin Morby aus Kansas City als originell-engagierter Polit-Neo-Folkie. Auf seinem vierten Album „City Lights“ huldigt er nun seinen Idolen, man könnte auch sagen: Er klingt wie eine Art polyphoner Bauchredner, der gleichzeitig wie Lou Reed, Leonard Cohen und Bob Dylan zu singen vermag. Das ist auf eine drollig-zirzensische Weise kunstfertig und auch schön melancholisch. Ein bisschen epigonal und verwechselbar ist es aber auch. Jens Balzer (Journalist)   [mehr]

23.06.2017

Soundcheck

Peasant von Richard Dawson

Peasant von Richard Dawson

Richard Dawson ist ein in dieser Welt dringend benötigter Musiker, denn er irritiert, überwältigt und zwingt die Hörerschaft, Position zu beziehen. Der wilde Barde aus Newcastle klingt - grob gesagt - so, als hätte sich die selige Improv-Legende Derek Bailey an einer Folk-Platte versucht. Dawson ist so anders und eigen, dass ihn niemand wirklich hören will. Wohl auch, weil jede Sekunde auf diesem, im Mittelalter in Szene gesetzten, Konzept-Album den zufriedenen Status Quo angreift und in saturierte Ohren keift. Andreas Müller (Moderator) [mehr]

21.06.2017

Back in Black

City Music von Kevin Morby

Das Vinyl der Woche

City Music von Kevin Morby

Die CD ist zu tot, das MP3 zu virtuell und ein Privatkonzert zu teuer. Darum feiert radioeins das Vinyl – zusammen mit Volker Quante und Ina Winkels von „Mr. Dead und Mrs. Free“. Jede Woche stellen sie ein Album vor, das nur auf Vinyl so klingt, wie es klingen soll. [mehr]