Sonderaktionen für Fans

Kurzwellensendungen aus Taiwan

Nach wie vor seinem ursprünglichen Verbreitungsweg eng verbunden ist Radio Taiwan International. Das drückt sich auch 2022 wieder in Sonderaktionen für Kurzwellenfans aus.

Sender Tainan
Seit 2015 nur noch Erinnerung: Die Sendestation Tainan

Daran wird sich im August erstmals auch die französische Redaktion beteiligen. Bereits jetzt läuft die jährliche Sendeserie in deutscher Sprache.

Noch verbliebene Termine sind der 16., 17., 22., 23., 24., 29., 30. und 31. Juli. Gesendet wird an diesen Tagen jeweils von 19.00 bis 20.00 Uhr auf 11995 kHz und von 21.00 bis 22.00 Uhr auf 9545 kHz.

Mit diesen Sonderaktionen lebt somit auch der frühere Umfang der Sendungen noch einmal auf. Ihre regulären Ausgaben sind seit 2018 auf eine halbe Stunde gekürzt. Zuvor hatte ein „Hobbyfreund“, der seinerzeit selbst mit Nostalgiesendungen auf Kurzwelle aktiv war, schon deren völlige Einstellung empfohlen.

Tatsächlich abgekündigt wurden 2018 die bis dahin in Großbritannien genutzten Sendeplätze. Auch die Zusammenarbeit mit Radio France Internationale fand bis auf einen winzigen Rest ihr Ende.

Kurzfristig erhielten die Kurzwellenfreunde im Haus doch noch die Erlaubnis, als Ersatz billigere Sendezeit in Bulgarien anzumieten. Somit kommen nun von dort, bezogen auf MESZ, die auf jeweils 30 Minuten gekürzten Sendungen in Russisch um 19.00 Uhr auf 5900 kHz sowie um 21.00 Uhr Deutsch wiederum auf 5900 kHz und gleichzeitig Französisch auf 6005 kHz.

Zum 27. März wurde jetzt noch eine zweite Übertragung der russischen Kurzsendung hinzugenommen: Um 22.00 Uhr auf 6005 kHz.

Nicht wieder aufleben kann auch bei Sonderaktionen die Sendestation Tainan, von der aus die einstige „Stimme des freien Chinas“ 1986 mit ihren Sendungen in deutscher Sprache begonnen hatte. Diese Anlagen sind seit 2015 aus der Landschaft verschwunden.

Dabei handelte es sich um einen schlichten Abbau von Doppelstrukturen, die aus der Geschichte rührten. Für Sendungen in die Volksrepublik China gab es bis 1997 eine gesonderte Rundfunkanstalt mit komplett getrennter Infrastruktur.

Dazu gehörte auch die jetzt für die Sondersendungen genutzte Kurzwellenanlage Tanshui/Tamsui. Herangezogen werden hier die nach Nordwesten strahlenden Vorhangantennen.

Gern gezeigt wird ein neues Antennenpaar, das allerdings nichts mit den Sondersendungen nach Europa zu tun hat. Es strahlt nach Norden und wurde aufgebaut, um den Standort auch für Ausstrahlungen nach Korea und Japan nutzen zu können.

Die Ersatzinvestitionen, mit denen unter anderem die Station Tainan ersetzt wurde, gingen noch weiter: Gleich komplett neu aufgebaut wurde die kleine Station Paochung.

Taiwan+
© taiwanplus.com

Gesucht wird bei Radio Taiwan International derzeit Verstärkung für die deutsche Redaktion. Das überrascht nicht, da eine frühere Redakteurin aus Deutschland gekündigt hat und im DLF nachtrat:

„Die Strukturen sind einfach zu alt. Es ist unterfinanziert, und man kann sich als ausländische Journalistin dort nur begrenzt weiterentwickeln.“

Ein Ende der Unterfinanzierung ist nicht abzusehen, im Gegenteil: Statt das Budget von Radio Taiwan International aufzustocken, wurde 2021 der Auftrag für ein neues Medienprodukt, Taiwan Plus, an die Nachrichtenagentur CNA vergeben.

Bände sprach ein Bericht von Al Jazeera zum Start dieser Plattform: Offensichtlich glaubten die Autoren, damit habe in Taiwan erstmals überhaupt eine ins Ausland gerichtete Medienarbeit begonnen.

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 16.07.2022