Kurzwellenausstrahlung

Geändertes Konzept für NDR-Weihnachtssendung

Seit 2012 bestellt der Norddeutsche Rundfunk für seine traditionelle Seeleute-Sendung am Heiligabend eine Ausstrahlung auf Kurzwelle, um den Wegfall des 2011 eingestellten deutschen Hörfunkprogramms der Deutschen Welle zu kompensieren. Hier gibt es nun eine Änderung des Konzepts.

Frohes Fest
2002 im rbb-Radiohaus Babelsberg | © Kai Ludwig

Die Premiere stellte noch eine klassische Nachnutzung der von der Deutschen Welle aufgegebenen Sendeanlagen dar. Nachdem die Großstation Wertachtal bei Buchloe nicht länger zu halten war, bezieht die Media Broadcast seit 2013 auch ausländische Partner mit ein.

Das waren ursprünglich Télédiffusion de France und die Österreichische Rundfunksender GmbH. Nachdem 2015 die Mittelwellen des NDR stillgelegt wurden, kam auch noch die Radio GmbH in Armenien mit einer sechsten, für Ost- und Nordsee bestimmten Frequenz hinzu.

Bis 2020 lief die jährliche Kurzwellenausstrahlung von NDR Info am 24. Dezember insgesamt von 20.00 bis 24.00 Uhr. In dieser Zeit kam neben den aufgezeichneten Grußblöcken auch eine Gottesdienstübertragung.

Seit 2021 produziert NDR Info jedoch die ARD-Infonacht. Diese Aufgabe übernahm der NDR vom Mitteldeutschen Rundfunk, wo der durchlaufende Sendebetrieb von MDR Aktuell (bis 2016: MDR Info) damit nach 28 Jahren sein Ende fand.

Somit endet das Eigenprogramm von NDR Info nun um 22.00 Uhr. Deshalb läuft die Traditionssendung Gruß an Bord diesmal als geschlossener dreistündiger Block bereits ab 19.00 Uhr.

Die entsprechende Umplanung der Kurzwellenausstrahlung ist verbunden mit Änderungen bei den Ausstrahlungspartnern. Nicht mehr dabei ist die armenische Radio GmbH, deren Ausstrahlung mit Brummen und Verzerrungen unangenehm aufgefallen war. Die Übertragung für Ost- und Nordsee kommt diesmal stattdessen über die Kurzwellenstation Taschkent auf 6080 kHz.

Zweiter neuer Sendepartner ist Radio Miami International. Hier geht es um die Übertragung für den nördlichen Atlantik, die diesmal aus Okeechobee (Florida) auf 15770 kHz abgewickelt wird.

Im Gegenzug übernimmt die eigene Kurzwellenstation der Media Broadcast bei Nauen jetzt die Übertragung für den südlichen Atlantik auf 11650 kHz. Ein zweiter Sender wird dort erneut für den westlichen Indischen Ozean auf 9740 kHz eingeschaltet.

Von TDF in Frankreich kommt dafür nur noch eine Frequenz, 9820 kHz für den südwestlichen Indischen Ozean. Aus technischen Gründen kann die Sendeleistung hier nicht unter 250 kW abgesenkt werden, während für die anderen Frequenzen jeweils 100 kW vorgesehen sind.

Unverändert für den östlichen Indischen Ozean im Spiel ist schließlich die Sendestation Moosbrunn bei Wien, diesmal auf 9610 kHz. Zum Einsatz kommt die sogenannte Doppelwandantenne.

Hierbei handelt es sich um eine zweiseitige Vorhangantenne für die hohen Bänder. Sie wurde erst durch eine nachträgliche Modifikation dafür hergerichtet, auch im 31-Meterband das 2003 eingestellte Radio Österreich International in den Nahen Osten abstrahlen zu können.

 

Autor: Kai Ludwig, mit Informationen von Ivo Ivanov; Stand vom 01.12.2021