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Runaway's Diary von Amy Lavere

Runaway's Diary von Amy Lavere
Runaway's Diary von Amy Lavere

Der Kontrast von kindlicher Stimme, die aus dem Kampfgebiet des Erwachsenwerdens erzählt, und einer gefühlvoll agierend, gut verwurzelten Band könnte kaum attraktiver sein. Gleich im ersten Stück wendet sich die Protagonistin Hilfe suchend an einen alten Mann, angelehnt an Seasick Steve: “Hey rabbit you make me feel so young in a way I’m not proud of”.

Dabei ist Amy Lavere nicht extrem jung, eher unschuldig, und während das Debüt ein Trennungsalbum war, dokumentiert sie hier ihre Zeit als sie mit 15 Jahren von daheim ausbüchste, der flott rock’n rollende Song Self Made Orphan bringst auf den Punkt. Dunkel sind beide Alben.

Von Haus aus eigentlich Bassistin ist auch Runaway’s Diary geprägt vom Mut sehr persönliche Songs in einen Hybrid ihrer favorisierten Stile zu packen, da bleibt kein Etikett kleben. Sie nährt sich vom Blues, Rock’n Roll und Country gleichermaßen, schart eine coole Gang u.a. aus Luther Dickinson, Tim Regan und Will Sexton um sich. John Lennon und Townes Van Zandt sind die Brüder im Himmel, songmäßig vertreten mit dem klugen How und dem bluesy Where I Lead Me. Sehr Charmant, aber tränenziehend.

Christine Heise im TIP-Magazin