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Life is People von Bill Fay

Life Is People von Bill Fay

Musikkritik heißt warten. Auf das eine Album das den Unterschied macht. Das sich nicht schert um den urbanen Hippnesseifer und schon gar nicht um das Leadershipgerangel der Meinungsmacher. Thank you, Lord, for the sky above me. Wer solche Zeilen singt, schwebt über allem.


Bereits 1971 veröffentlichte Bill Fay zwei bahnbrechende Alben mit starken Songs und ambitioniertem Sound zwischen Progressive Rock und Orchestralpop, was nicht ihre Meisterlichkeit, wohl aber ihre Halbwertzeit schmälerte. Unablässige Förderung durch Wilco’s Jeff Tweedy, Lobeshymnen von Nick Cave, Jim O’Rourke und Will Sheff (Okkervil River) hielten ihn halbwegs im Bewusstsein.

Und nun, nach 40 Jahren, 12 Songs, die in ihrer Bescheidenheit nichts Geringeres als den Ansturm der Gefühl reflektieren, geht es um die Größe des Lebens und die Tragik der Vergänglichkeit, in ruhiger, zeitloser Schönheit von Matt Deighton (Paul Weller, Oasis), Tim Weller (Goldfrapp) und Mikey Rowe (High Flying Birds) begleitet und mit Jeff Tweedy als Gast. Wenn es im Pop die Ewigkeit gibt, dann ist dieses Album dafür gemacht.

Christine Heise im TIP-Magazin