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Band Of Brothers von Willie Nelson

Band Of Brothers von Willie Nelson
Band Of Brothers von Willie Nelson

Mit 81 muss man nicht an popkulturellen Rollenzuweisungen festhalten, Willie Nelson beweist es mit dem seit acht Jahren wieder ersten Album mit überwiegend eigenen Songs. Mit vertrauter, sanft waltzender Vibratostimme singt er vom Grenzüberschreiten, Inspirationsverlust, erschöpften Beziehungen und der Musiclover Community aus Brüdern und Schwestern und Whatever.

Auch die Sache mit dem Outlaw-Dasein ist nicht so einfach wie ihr Ruf: “It‘s hard to be an outlaw who isn’t wanted anymore, who’s only friend is behind that swinging door.” Die Vorstellung, dass es diesen weisen Mann eines Tages mal nicht mehr geben sollte, ist mit Band of Brothers noch schwerer geworden, auch wenn er hier sicher nichts neu erfindet.

Seine Scherze (“I love my wives and girlfriends, may they never meet”), seine Einsichten (“I took one more than I could handle, I hit the wall.”), seine Auswahl der Coverversionen: z.B. The Songwriters von Gordie Sampson: “Half the world thinks we’re crazy, the other half wants to be us.” – alles unersetzbar.

Und dazu ein Statement zum sogenannten Country von Heute: “it’s enough to make a renegade terrorise the town” plus ein Duett mit Jamey Johnson – so muss das sein.

Christine Heise im TIP-Magazin