radioeins Thementag: Ein Tag für den Iran © IMAGO/Stefan Trappe
IMAGO/Stefan Trappe

Ein Tag für den Iran

Themenschwerpunkt auf radioeins am 24. November 2022

Seit 10 Wochen gehen im Iran Frauen und Menschen auf die Straße, um gegen das Unrechtsregime der Mullahs zu protestieren. Über die Sozialen Medien verbreiten sich Bilder von Frauen, die ohne Kopftuch durch die Straßen laufen, tanzen, singen. Das öffentlich zu tun. war und ist bis heute verboten. Die sogenannte Sittenpolizei geht nach wie vor immer wieder gewaltsam gegen die Demonstranten vor. Mehr als 370 - vor allem junge – Menschen sind laut Menschenrechtsorganisationen in den vergangenen Wochen bei brutalen Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften gestorben. Doch der Kampf für Menschenrechte geht weiter – auch mit Unterstützung aus dem Ausland. In dem die Bilder von den Protesten, den Freiheitskämpfer*innen und den Opfern des Regimes öffentlich gemacht werden und über die Situation berichtet wird.

Am 24.11. gibt es auf Antrag von Deutschland und Island zudem eine Sondersitzung der Vereinten Nationen zu den Menschenrechtsverletzungen im Iran.

Beiträge zum Thementag

Foad Mohammadi © Nina Mohammadi
Nina Mohammadi

Ein Tag für den Iran - Ein deutsch-iranisches Schicksal

radioeins widmet den heutigen Tag Menschen aus dem Iran, die bei den Protesten gegen das Mullah-Regime gestorben sind oder verhaftet wurden. Einer dieser Menschen ist Foad Mohammadi, 42 Jahre alt, zweifacher Vater. Er ist vergangene Woche bei einer Demonstration im Iran gestorben. radioeins-Redakteurin Diane Arapovic hat Kontakt zu seiner Familie aufgenommen.

Demonstration für die Abschaffung der Todesstrafe im Iran © imago images/Future Image
imago images/Future Image

Hintergrund - Der Iran und die Todesstrafe

Über die Androhungen und Vollstreckungen der Todesstrafe im Iran sprechen wir mit Iran-Experten Dieter Karg von Amnesty International in Deutschland.

Markus Feldenkirchen
Maurice Weiss

Kommentar von Markus Feldenkirchen - Erste Frau pfeift WM-Spiel der Herren

Sie ist 38 Jahre alt und wird heute ein Stück Fußballgeschichte schreiben: Die Französin Stéphanie Frappart leitet als erste Frau in der Geschichte ein WM-Endrundenspiel der Männer, das zwischen Deutschland und Costa Rica nämlich. Mit Salima Mukansanga aus Ruanda und der Japanerin Yoshimi Yamashita sind zwei weitere Schiedsrichterinnen für die WM nominiert worden, alle drei hatten während der beiden ersten Gruppenspieltage allerdings nur Einsätze als vierte Offizielle.

STOP THE BOMB: Mit einer Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin solidarisieren sich Demonstranten mit den Protesten im Iran © imago images/snapshot
imago images/snapshot

Kampagne - STOP THE BOMB: Gegen das iranische Regime und für die Opposition im Iran

Die Kampagne STOP THE BOMB fordert wirksamen politischen und wirtschaftlichen Druck auf das Regime in Teheran, die Unterstützung der demokratischen Opposition im Iran und im Exil. Wir sprechen mit dem Mitbegründer und Wissenschaftlicher Direktor von STOP THE BOMB, Stephan Grigat, der Professor am Centrum für Antisemitismus- und Rassismusstudien an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen ist.

Gedenken für Mahsa Jina Amini © IMAGO / ZUMA Wire
IMAGO / ZUMA Wire

Widmungen

Einen Tag lang widmet radioeins den Menschen im Iran, die seit Beginn der Proteste gestorben sind oder derzeit in Haft sitzen und von der Todesstrafe bedroht sind.

Zu Beginn jeder Stunde von 5 bis 19 Uhr stellen wir einen Menschen und seine Geschichte vor: Angefangen bei Mahsa Jina Amini, die 22-jährige Studentin, deren gewaltsamer Tod im September die Proteste ausgelöst hat über die dreifache Mutter Minoo Majidi, die während einer Demo niedergeschossen wurde, bis hin zu dem Rapper Toomeh Salehi, der seine Bekanntheit für den Protest nutzte und nun in Haft sitzt und mutmaßlich gefoltert wird. (Infos dazu u.a. mit freundlicher Unterstützung der Menschenrechtsorganisationen Hawar.help und Amnesty International)

Die Journalistin Gilda Sahebi © IMAGO / ecomedia/robert fishman
IMAGO / ecomedia/robert fishman

Entwicklungen und Hintergründe

Auch die aktuellen Entwicklungen im Land und deren Hintergründe spielen an diesem Tag verstärkt eine Rolle. In Gesprächen mit Journalist*innen, die in engem Kontakt zur Bevölkerung stehen, mit Kulturschaffenden, die sich mit der iranischen Kulturszene solidarisieren, mit Wissenschaftler*innen, die die historischen und politischen Hintergründe analysieren und mit Aktivist*innen, die von der Politik mehr Haltung und Handlung fordern.

Am Ende des Tagesprogramms ist ab 18Uhr ist die deutsch-iranische Journalistin Gilda Sahebi zu Gast, die seit Wochen zu den profiliertesten Stimmen bei diesem Thema gilt.