Kaskelstraße

Litfaßsäule

Die Kaskelstraße ist die kreative Hauptschlagader des Kaskelkiezes. Zahlreiche bildende Künstler, Musiker und Schauspieler arbeiten und wohnen hier. Viele von ihnen lassen sich von dem besonderen Flair der Gegend inspirieren. Und am Ende der Straße versteckt sich auf einem ehemaligen Bahngelände ein wahres Biotop für Kreative...

Kaskelstraße - Litfaßsäule
Kaskelstraße - Litfaßsäule | © radioeins

BLO-Ateliers in der Kaskelstraße 55

Am östlichen Ende der Kaskelstraße erlebt man eine Überraschung, denn es tut sich ein einmaliges Gelände auf: Hier, wo früher mal das Bahnbetriebswerk Lichtenberg Ost – kurz B.L.O. – zu Hause war, befindet sich seit über zehn Jahren eine riesige Künstlerkolonie, eines der letzten großen Biotope für Kreative mitten in Berlin.

Rund 100 Künstler haben in den ehemaligen Werkstätten und Verwaltungsgebäuden ihre Studios eingerichtet. Kreative aus allen denkbaren Bereichen haben die Chance, sich auf dem 12.000 Quadratmeter großen Gelände auszuleben. Und ihr Output ist immens: Der Liedermacher Reinhald Grebe und der Puppenspieler René Marik lassen ihre Bühnenbilder hier entwerfen und herstellen, Teile der Einrichtung fürs "Berghain" entstehen hier. Das Studio Babelsberg hat für den Film "Wer ist Hanna" in den BLO-Ateliers die Pfeile und Bögen anfertigen lassen und die Hauptdarstellerin nahm hier Unterricht in Bogenschießen.

BLO Ateliers in der Kaskelstraße © radioeins/Hoelzen
BLO Ateliers in der Kaskelstraße © radioeins/Hoelzen | © radioeins/Hoelzen

Aktuelle Projekte der B.L.O.-Ateliers

Derzeit gibt es ein vom Kulturamt Lichtenberg gefördertes Residenzprojekt. Dabei stellen die BLO-Ateliers Künstlern im Exil ein 60 Quadratmeter großes Gastatelier zur Verfügung. Von April bis Oktober 2017 wird der Raum von drei Künstlern aus Syrien und Tunesien genutzt. In diesem Zeitraum wird es Ausstellungen dieser Künstler zu sehen geben und Lesungen sowie Diskussionsveranstaltungen zum Thema Exil.

Mehr Infos unter:
http://www.blo-ateliers.de/hier-und-jetzt-selected-artists/

In den BLO-Ateliers finden regelmäßig Partys, Jamsessions und Workshops statt. Die Kantine ist der zentrale Ort für Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und  Theaterveranstaltungen.

Am 20. Mai kann man dort beim Garage-Rock-Festival „Hey! You! Get off of my cloud!“ feiern:
http://www.blo-ateliers.de/hey-you-get-off-of-my-cloud-festival/

Tag der offenen Ateliers am 20. Mai

Am 20. Mai haben die BLO-Ateliers von 14.00 bis 19.00 Uhr für Besucher geöffnet. Da es sich um ein Privatgelände handelt, ist der Besuch grundsätzlich nur mit Anmeldung beim Trägerverein Lockkunst e.V. oder den einzelnen Ateliers möglich. Außerdem gibt es öffentliche Veranstaltungen/Workshops, die auf der Website www.blo-ateliers.de oder Facebook https://de-de.facebook.com/BLO-Ateliers-700766346617352/ veröffentlicht werden.

Geöffnete Ateliers am 20. Mai u.a.:
www.berliner-bumerang.de (bietet Indoor-Bumerang-Workshops an)
mobile-dunkelkammer.blogspot.de (bietet Foto-Workshop an)
www.baum-und-bogen.de
www.naturrad.com

Theater Remise, Kaskelstraße 51

In einer kleinen Remise, die früher mal ein Kuhstall war, befindet sich seit 2005 ein Figuren- und Objekttheater für Kinder und Erwachsene. Im Laufe der Jahre hat sich dieser besondere Ort in eine umtriebige Produktionsstätte verwandelt. Das Kranewit-Theater ist für seine liebevollen Inszenierungen im Kaskelkiez und darüber hinaus beliebt. Märchen wie „Hänsel und Gretel“, „Die Sieben Raben“ oder „Aschenputtel“ werden originell und mit faszinierenden Bühnenbildern erzählt. Auch auf internationalen Bühnen und Festivals ist das Kranewit-Theater regelmäßig zu Besuch.

Kranewit Theater in der Kaskelstraße © radioeins/Hoelzen
Kranewit Theater in der Kaskelstraße © radioeins/Hoelzen | © radioeins/Hoelzen

Leiterin der Theater Remise ist 2013 die Schauspielerin und Regisseurin Kristina Feix. Außerdem bietet die Remise professionell arbeitenden KollegInnen den Raum für Co- Produktionen, Proben und Gedankenaustausch. Auch ein Fan der kleinen Bühne ist übrigens der Puppenspieler René Marik, der mit seinem Maulwurf schon das ein oder andere Mal hier aufgetreten ist.

Und wer sich fragt, was denn „Kranewit“ überhaupt bedeuten soll: Es ist ein altes Wort für Wachholder, da die Kraniche dessen Beeren fressen. Wachholderholz wiederum soll zur Abwehr von bösen Geistern, Krankheit und allem Unguten dienen. So schrieb es zumindest einst der deutsche Botaniker Hieronymus Bock 1551.

Und so steht es nun auch auf der Homepage der Theater Remise in der Kaskelstraße 51: kranewit.wordpress.com

The Bar Sinister

Auch in der Kaskelstraße zu Hause: The Bar Sinister. Das britisch-amerikanisch-deutsche Bandprojekt hat hier seit ein paar Jahren einen Proberaum in den BLO-Ateliers. „Soul-Pop-Theater“ nennen The Bar Sinister ihren Stil selbst. Ihre Konzerte sind genauso leidenschaftlich wie mitreißend – das konnten sie in letzter Zeit bei Auftritten im White Trash oder Bassy Club unter Beweis stellen. Seit Februar ist eine EP von ihnen draußen: „The Bar Sinister“. Darauf zu finden sind Songs mit tollen Soulstimmen und einem Hang zur Dramatik. Das nächste Mal in einem Club zu erleben, gibt es die Kaskel-Band am 26. Mai im Wild at Heart!

Mehr zur Band auf:
facebook.com/The-Bar-Sinister-353025248159232/

„Studio Marija Jaensch“

Das Studio von Marija Jaensch in der Kaskelstraße 29 ist eine Quilt- und Patchwork-Galerie. Quilt, das heißt erst mal so viel wie Steppdecke, allerdings eine Steppdecke auf sehr hohem Niveau. Marija nutzt Elemente des Patchworkens und überlagert diese mit kunstvoll ornamentierten Steppnähten. So entstehen wunderschöne Arbeiten, die als Wanddekoration nicht nur die Raumakustik positiv beeinflussen.

Marija Jaensch wurde in Serbien geboren, ist in den Niederlanden aufgewachsen und seit ein paar Jahren im Kaskelkiez zu Hause. Eigentlich ist sie Erzieherin, mittlerweile ist aus ihr aber eine passionierte Quilt & Patchwork-Künstlerin geworden.

Studio Marija Jaensch in der Kaskelstraße © radioeins/Warnow
Studio Marija Jaensch in der Kaskelstraße © radioeins/Warnow | © radioeins/Warnow

Marija näht derzeit Quiltdecken im Auftrag und verkauft Kissenhüllen und Zierkissen. Ihr Traum: in nicht allzu ferner Zukunft Quilts und Kissenhüllen aus pflanzengefärbter Baumwolle herstellen. Ab Juni bietet Marija Nähkurse für Jugendliche an. Auch ein „Open Studio“ ist angedacht, in das man einfach reinschneien kann, selbständig an eigenen Projekten arbeiten oder sich beraten lassen kann. Außerdem in Planung: ein Quilt/Patchwork-Kreis. Und in zwei Wochen findet eine kleine Premiere statt: Dann wird zum ersten Mal eine Willkommensklasse eigene Hausschuhe im Studio von Marija Janesch filzen.

Mehr dazu:
facebook.com/Studio-Marija-Jaensch-358868301121091/

Juliane Freudl ist Frau Wolle...

..und leitet die Werkstatt für Kinder und Erwachsene - Stricken, Nähen, Filzen, Drucken. Techniken der Textilkunst von Patchworken über Nähen, Stricken oder Filzen bis zum Färben oder Drucken werden den Kids hier beigebracht.

Und ganz nebenbei lernen die angehenden  Handwerker ein Stückchen mehr über die Welt: Woraus ist meine Mütze gemacht? Wo kommt die Wolle her? Und wie entsteht eigentlich ein Pullover? Seit September 2016 bietet Juliane ihre Workshops im „Studio Marija Jaensch“ in der Kaskelstraße 29 an.

KdW (Klub der Werktätigen)

Ausstellung in der Galerie „After The Butcher“ von Konstanze Schmitt

Konstanze Schmitt beschäftigte sich mit der Geschichte des Jugendklubs N.A.Pf. (Neues Arbeitszentrum Pfarrstraße), der von 1981 bis 1990 hier existierte. Entstanden aus der Besetzung einer leerstehenden Apotheke war der Klub ein – bald von staatlicher Seite geduldeter und überwachter – Schutzraum, in dem unterschiedlichste Menschen zusammen kamen. Wehrdienstverweigerer und Parteimitglieder, Lehrlinge und Studenten initiierten Konzerte, Fotozirkel und einen Kinderladen.

Konstanze Schmitt führte Gespräche mit ehemaligen Protagonisten des Klubs über Ideale, Widersprüche und Konflikte in der Zeit des Klubs. Herausgekommen ist ein Video in neun Kapiteln, zu sehen im  Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst und soziale Fragen “after the butcher” in der Spittastraße 25/Ecke Kaskelstraße.

Am 20. Mai findet ab 15 Uhr die Finissage zur Ausstellung statt!

www.after-the-butcher.de/atblg/

www.konstanzeschmitt.net