Wissen - Denken - Meinen

Ausliefern oder nicht? Juristisches Gezerre um Julian Assange

Ein Kommentar von Ferda Ataman

Im Januar hatte ein Gericht in London einen Auslieferungsantrag der USA gegen den WikiLeaks-Gründer Assange wegen Suizidgefahr abgelehnt, jetzt findet das Berufungsverfahren statt: die USA beharren auf der Auslieferung.

Ferda Ataman © Sarah Eick
Ferda Ataman | © Sarah Eick

Der WikiLeaks-Gründer, Julian Assange, sitzt seit zwei Jahren in England in Haft. Die USA will unbedingt, dass er ausgeliefert wird. Bisher hat Großbritannien das verweigert. Heute hat das Berufungsverfahren vor einem Londoner Gericht begonnen, in dem die USA die Entscheidung der britischen Justiz anfechten.

Geht es bei dem Prozess wirklich um die Auslieferung von Assange oder darum, ihn zu zermürben? Ein Kommentar von Ferda Ataman, Journalistin und Vorsitzende der Neuen Deutschen Medienmacher*innen.


Die US-Justiz will dem WikiLeaks-Gründer wegen Spionagevorwürfen den Prozess machen, ihm drohen 175 Jahre Haft. Vorgeworfen wird Assange, gemeinsam mit Whistleblowern geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen und veröffentlicht zu haben. Er habe damit US-Informanten in Gefahr gebracht.

Um einer Auslieferung an die USA zu entgehen, hatte Assange sich 2012 in die Botschaft Ecuadors in London geflüchtet und dort sieben Jahre gelebt, bevor ihm 2019 das Asyl entzogen wurde. Daraufhin wurde er von den britischen Behörden festgenommen, kam in das britische Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh und muss dort wohl ausharren, bis endgültig über sein weiteres Schicksal entschieden ist.

radioeins Kommentatorin

Ferda Ataman

Journalistin und Vorsitzende der Neuen Deutschen Medienmacher*innen

Ferda Ataman © Sarah Eick
Sarah Eick

Ferda Ataman ist Journalistin, Kolumnistin und Gastarbeiterin in Medien, u.a. bei Deutschlandfunk, DER SPIEGEL, Tagesspiegel und mittwochs bei radioeins mit "Wissen - Denken - Meinen". ... [mehr]