Harald Martenstein über - Denunziantentum passt nicht in eine Demokratie

Harald Martenstein © imago images/Eventpress
imago images/Eventpress
Harald Martenstein | © imago images/Eventpress Download (mp3, 5 MB)

Es gibt heute Meldestellen für Hass im Internet, für Antifeminismus und für Beamte, die sich verfassungsfeindlich äußern. Unserem Autor bereitet das Bauchschmerzen.

Ein deutsches Drama. Erster Akt. Ab Dezember 1934 gilt in Deutschland das "Heimtücke-Gesetz". Auszug: "Wer öffentlich gehässige, hetzerische oder von niedriger Gesinnung zeugende Äußerungen über leitende Persönlichkeiten des Staates oder der NSDAP, über ihre Anordnungen oder die von ihnen geschaffenen Einrichtungen macht, wird mit Gefängnis bestraft." Allein 1937 zeigen Volksgenossen 17.168 Personen wegen Hetze oder Heimtücke an, etwa weil sie den Hitlergruß verweigert hatten oder ausländische Radiosender hörten. Nicht alle Denunzianten waren Nazis. Oft ging es nur darum, Nachbarn oder Kollegen zu schaden, die man nicht mochte. So steht es in einer Dissertation des Historikers Bernward Dörner. Er definiert Denunziation unpolitisch: "Eine Denunziation ist dadurch gekennzeichnet, dass sie aus niedrigen Beweggründen erstattet wird." Der Wunsch, politische Gegner auszuschalten, fällt unter diese Definition. Aber auch der, einen Job zu ergattern.

RSS-Feed
  • Harald Martenstein © imago images/Eventpress
    imago images/Eventpress

    Harald Martenstein über 

    Denunzianten gestern und heute

    Das Buchgeschenk einer Freundin regt Harald Martenstein zum Nachdenken über Denunzianten gestern und heute an.

  • Harald Martenstein © imago images/Eventpress
    imago images/Eventpress

    Harald Martenstein über 

    Die Führerschein- und die Heiratskrise

    Wer in Berlin den Führerschein machen oder heiraten möchte, braucht vor allem eines: Geduld. Auch Sterben kann unser Kolumnist dort nicht empfehlen.

  • Harald Martenstein © imago images/Eventpress
    imago images/Eventpress

    Harald Martenstein über 

    Zukunftsängste

    Das instabile Gesundheitssystem, die AfD, ein Wirtschaftscrash oder doch der Klimawandel? Es gibt viele Ängste zur Auswahl – nicht zu vergessen, die Angst vor Berlin.

  • Harald Martenstein © imago images/Eventpress
    imago images/Eventpress

    Harald Martenstein über 

    Ein neues 1933 verhindern

    Nach den Anti-AfD-Demos fragt sich unser Kolumnist: Wo war diese eine Million Leute, die ein neues 1933 verhindern wollen, nach den Massenmorden an Juden in Israel?

  • Harald Martenstein © imago images/Eventpress
    imago images/Eventpress

    Harald Martenstein über 

    Unschöne Songtexte

    Wenn der neunjährige Sohn im Schulbus Rammstein-Liedtexte rezitiert, muss man was machen, findet Harald Martenstein. Aber was genau?

  • Harald Martenstein © imago images/Eventpress
    imago images/Eventpress

    Harald Martenstein über 

    Über das Wahljahr und die Frage, was rechts ist

    Zu Beginn des Wahljahrs 2024 sehnen sich viele Menschen nach einem politischen Richtungswechsel. Das ist erstmal nichts Verwerfliches, sagt unser Autor Harald Martenstein. Oder?

  • Harald Martenstein © imago images/Eventpress
    imago images/Eventpress

    Harald Martenstein über 

    Leistungsansprüche

    Harald Martenstein hat Corona, reißt sich aber zusammen, weil er das so gelernt hat. Ein bisschen mehr von dieser Einstellung wünscht er sich auch an Berliner Schulen.

  • Harald Martenstein © imago images/Eventpress
    imago images/Eventpress

    Harald Martenstein über 

    Kontext und Verhätnismäßigkeit

    Der Kult-Kolumnist Harald Martenstein macht sich in seiner Kolumne Gedanken um Nebensachen und Alltäglichkeiten ...

Harald Martenstein © imago images/Eventpress
imago images/Eventpress

Zur Person - Harald Martenstein

Klug und nachdenklich. Mit seiner angenehmen Stimme erklärt er die alltäglichen Nebensachen unserer Welt. Harald Martenstein ist mit seiner Kolumne seit 2007 auf radioeins zu hören.