Auslandsrundfunk der USA - Das Claremont Institute und Donald Trump

Michael Pack
Michael Pack in einer Anhörung während des langwierigen Ernennungsverfahrens | © senate.gov

Fast schon vergessen (oder verdrängt) ist, wie nur die Abwahl von Donald Trump den Auslandsrundfunk der USA vor dem nachhaltigen Umbau in ein Propagandaorgan bewahrt hat. Neue Einblicke gibt es jetzt in die Organisation, aus welcher der von Juni 2020 bis Januar 2021 tätig gewesene Generaldirektor kam.

Die Washington Post beschäftigt sich eingehend mit diesem Claremont Institute, das vor Donald Trump eine unbedeutende Denkfabrik war. Nun steht sie im Ruf, der akademische Arm des 6. Januar 2021 zu sein.

Dafür sorgt ein Mitglied ihres Vorstands, John Eastman. Er war an diesem Tag mit einer Ansprache auf der Trump-Kundgebung öffentlich in Erscheinung getreten. Seine Aktivitäten hinter den Kulissen sind Thema der Untersuchungen des Kongresses, die Licht in den Umsturzversuch bringen sollen.

Vor Jahren war Eastman ein Referent des Richters Clarence Thomas. Das führt zu Michael Pack, jenem – wie sie sich laut Washington Post teils selbst nennen – Claremonster, das ein Intermezzo bei den US-Auslandssendern gab: Pack betreibt auch eine Produktionsfirma und brachte einen wohlwollenden Film über Thomas heraus.

Donald Trump und sein Stab zeigten nach dem Antritt zunächst wenig Interesse an den Auslandssendern. Die Nominierung von Pack als deren neuem Generaldirektor wurde anfangs nur halbherzig betrieben und kam, auch durch Verzögerungstaktiken der Demokraten im Senat, mehr als zwei Jahre nicht voran.

Erst im Juni 2020 konnte Michael Pack doch noch anfangen. Eine nachhaltige Umkrempelung der Sender gelang ihm nur wegen der Kürze der verbliebenen Zeit nicht. Neben verschiedenen anderen politischen Beamten wurde auch Pack am 20. Januar 2021 sofort nach der Vereidigung des neuen US-Präsidenten Biden zum Rücktritt aufgefordert.

Seitdem besteht bei der US Agency for Global Media ein Interregnum mit kommissarischer Leitung. Zwar ist inzwischen die frühere VOA-Direktorin Amanda Bennett, deren Tätigkeit mit dem Antritt von Pack ihr Ende fand, als neue Generaldirektorin nominiert. Nun bedarf jedoch sie einer Bestätigung durch den Senat.

 

Stand vom 25.07.2022