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Untamed Beast von Sallie Ford & The Sound Outside

Untamed Beast von Sallie Ford & The Sound Outside

Im manifestischen Stück Roll Around heißt es: When you give up reality that’s the first mistake. Das Ringen um echte Gefühle und gegen die falschen Deals einer virtuellen Welt prägt auch das zweite, mit Spannung erwartete Album der Band aus Portland, und die Dringlichkeit ihrer Stücke ist fast ungebrochen.

Immer singt Sallie Ford quasi um ihr Leben, umzingelt von nichts als Trouble, dem sie mit allen unmädchenhaften Eigenschaften die Stirn bietet. Das klingt manchmal wie eine Andrew Sister on Acid, der Vintage Charme ist allgegenwärtig. Die immer etwas verhallte Band buddelt sich stoisch durch die frühen Errungenschaften des Rockandroll, schöne Duane Eddy Gitarre hier, Rockabilly Prägung all überall.

Aber auch das passt ihr nicht: So sick of being in the box, won’t you unlock me, singt sie in Rockability. Zu Paris fällt ihr Parasit ein, Eifersucht entlarvt sie als Naturgewalt und beim Angebot von schmutzigem Geld schlägt sie wild um sich. Klar, dass hinter so viel scharfen Zähnen Sehnsucht schlummert. Shivers ist ein leidenschaftlicher Blues.

Insgesamt wirkt das von Adam Landry (Middlebrother, Pete Molinari) produzierte Album etwas angestrengter als das Debüt einer immer noch einmaligen, haltungsstarken Band.

Christine Heise im TIP-Magazin