Berlins höchstes Kino

Sputnik

in Kreuzberg

„Berlins höchstes Kino“ befindet sich in einem Gewerbekomplex aus dem 19. Jahrhundert im dritten Hinterhof und in der 5. Etage der Höfe am Südstern. Von dort hat man nicht nur einen tollen Blick auf die Leinwand, sondern kann aus der Kino Bar einen wunderbaren Ausblick über die Stadt genießen.

Sputnik Kino
Foyer vom Sputnik Kino | © Alexander Buchholz/Sputnik Kino

Das Sputnik-Kollektiv aus Kreuzberg betrieb zunächst ein Programmkino namens „Sputnik 1“ im Wedding. Doch als in den Gewerbehöfen am Südstern ein Stockwerk leer stand, zog der Kreuzberger Stefan Arndt dort ein und fing an auch ein Kino einzurichten. Während er in der heutigen Kino Bar lebt, baute er die restlichen Zimmer seiner Wohnung zum Kino um. So zog das Kino-Kollektiv 1984 in die Spreehöfe.

„1988 hat der damalige Besitzer dem Betreiberkollektiv einen Personenfahrstuhl versprochen“, sagt die heutige Betreiberin Andrea Stosiek. „Auf den Fahrstuhl warten wir noch heute.“ Ihr Arbeitsweg führt täglich die 113 Stufen in den 5. Stock. Stosiek übernahm das Kino 2008 als das Sputnik vor diversen Herausforderungen stand – unter anderem wegen veralteter Technik und Besuchermangel. Mit viel Unterstützung von Menschen, die wollten, dass das Kino wieder auf die Beine kommt, habe sie das Sputnik nach und nach erneuert.

Die Projektoren hat sie aus der UFA Fabrik geschenkt bekommen. Im Saal 2, wo die Filme immer auf einer schlecht verputzen Wand gezeigt wurden, hat sie eine Leinwand eingebaut. Die Kinositze kamen für kleines Geld aus einem Multiplex in Erfurt. „Die ersten Reihen der großen Kinosäle werden selten verkauft, daher sind die Sitze besonders gut erhalten“, sagt Stosiek.

Kino Bar Sputnik
© Alexander Buchholz/Sputnik Kino

Seit sie das Kino übernommen hat, sucht die ehemalige Filmvorführerin auch das Programm im Sputnik aus. Von klassischer Filmkunst, über Arthouse-Filme und anspruchsvolle Blockbuster flimmert alles über die Leinwand. Einen Fokus legt Stosiek auch auf Dokumentarfilme. Täglich stehen zwei bis drei Dokumentarfilme auf dem Programm. „Diese Filme sollte nicht nur Platz im Fernsehen bekommen, sondern auch auf den Kinoleinwänden.“

Das reguläre Programm wird durch diverse Festivals und Events bereichert. Seit 15 Jahren organisiert Stosiek das Kurzfilmfestival „British Shorts“ oder bietet dem „Human Rights Filmfestival“ ein zu Hause. Die Kino Bar bietet Platz für bis zu 80 Personen, wenn beim „Open Screening“ junge Filmemacher und Filmemacherinnen ihre Filme zeigen oder bei der monatlichen Lesung Drehbuchstudierende des DFFB ihre Projekte für Film und Fernsehen vorlesen. „Kino für den Kopf“ nennt Andrea Stosiek dieses Event.

„Hat das Publikum erstmal den Hinterhof entdeckt und die Stufen erklommen, kommen sie meist wieder“, sagt die Betreiberin. Wiederkommen können die abenteuerlustigen und suchwilligen Besucher 365 Tage im Jahr, denn das Sputnik Kino ist täglich geöffnet.