Arthouse-Filme statt Holzwürmer

Passage

in Berlin-Neukölln

1910 eröffnete zum ersten Mal ein Kino in den Räumen, die heute die Passage beherbergen. Nach einer wechselhaften Vergangenheit eröffnete 1989 das Kino zum zweiten Mal. Gründlich renoviert, ist die Passage heute nicht mehr wegzudenken.

Passage Innenhof
Innenhof | © Daniel Horn

Wie viele der altehrwürdigen Berliner Filmtheater hat auch die Passage eine wechselhafte Vergangenheit. 1908 entstand das vierstöckige 'Rixdorfer Gesellschaftshaus', in welchem zwei Jahre später ein Kino unter dem Namen „Excelsior“ eröffnete. Zehn Jahre später erhält es seinen heutigen Namen, der auf die besondere Architektur des Gebäudes mit einer Passage zwischen der belebten Karl-Marx-Straße und der ruhigen Richardstraße hinweist. Ende der 1960er Jahre fällt die Passage der allgemeinen Kinokrise zum Opfer und wird zum Möbellager degradiert. Für 21 lange Jahre bestimmen Staub und Holzwurm die Szene. Erst 1989 wird es von Georg Kloster und der Yorck Kinogruppe wiedererweckt und gründlich renoviert. Der historische Kinosaal 1 zeigt sich heute in alter Pracht und gehört zu den schönsten Sälen Berlins.

Einen besonderen Beitrag zur Stadtentwicklung sowie zur Kinokultur in den Bezirken leistete am Ende der 80er Jahre die Wiedereröffnung des „Passage“-Kinos in Neukölln. Der bevölkerungsreichste Bezirk West-Berlins hatte über die Jahre fast alle Kinos verloren. Die Karl-Marx-Straße war arm an kulturellen Einrichtungen. Zur Wiedereröffnung sind drei weitere Säle sind in der Passage hinzugekommen.

Saal Passage Kino
Saal im Passage Kino | © Daniel Horn

Arthouse-Filme und Kinderprogramm ergänzen sich

In den 90er Jahren war die Passage ein Bezirkskino mit Vollprogramm von „Indiana Jones“ bis „Der König der Löwen“. Seither hat sich das Profil gewandelt: Heute wird ein reines Arthouse-Programm mit einem hohen Anteil deutscher und europäischer Filme gezeigt. Das Kino zeigt die Vielfalt des Arthouse. Zum Teil werden Filme in Originalfassung mit deutschen Untertiteln gezeigt, eine Reaktion auf den stetigen Zuzug von Studierenden und Expats. Dienstags steht die Sneak Preview auf dem Programm, mittlerweile auch in der OmU-Fassung.

Besonders aktiv ist die Passage im Bereich Kinder und Schulen: Das Kino erreicht die Kinder mit einem umfangreichen und beliebten Schul- und Kinderprogramm neben Sonderreihen wie den Schulkinowochen, der frankophonen „Cinéfète“ und dem bekannten Spatzenkino mit jährlich mehr als 3.000 Besuchern.