Kinosaal als Exponate einer Galerie

delphi LUX

in Charlottenburg

Das im September 2017 eröffnete Kino im Yva-Bogen direkt am Bahnhof Zoo ist innerhalb von nur drei Jahren zum meistbesuchten Programmkino Berlins geworden. In der Kinobranche wurde die Eröffnung eines großen, neuen Arthousekinos durch die Yorck Kinogruppe als mutiges Signal gegen den Trend gewürdigt. Seitdem treffen im Lux Kiezbewohner auf Touristen, Senioren auf Studenten.

Delphi Lux
delphi LUX | © radioeins

In sieben außergewöhnlichen Sälen mit insgesamt 570 bequemen Sesseln erleben Besucher und Besucherinnen eine außergewöhnliche Architektur: inspiriert von der Nachbarschaft zu Kunst- und Kultureinrichtungen folgten die Architekten der Idee, die Säle wie individuelle Exponate einer Galerie zu inszenieren. Jeder Saal ist somit eine in sich stimmige Welt mit einer klar ablesbaren Außenhülle und jeweils eigenen Oberflächen und Materialien, die in Dialog mit Licht und Farbigkeit im Inneren steht. So erinnert einer der Säle von außen mit seiner Astkiefer-Verkleidung und aufgesetzten Leisten an die Rückseite einer Bühnenkulisse, während das Innere des Saales in sattes Theater-Rot getaucht ist.

 

Die im Jahr 2019 mit dem Spitzenpreis der Bundesregierung für das beste Jahresfilmprogramm ausgezeichnete Filmauswahl besteht überwiegend aus europäischen Arthouse-Filmen sowie amerikanischen Independent-Produktionen; häufig im Original mit Untertitel. Die große Zahl an Sälen ermöglicht es, bis zu 20 Filme pro Spielwoche anzubieten, darunter viele kleine Produktionen und Dokumentarfilme.

Monatliche Filmreihen ergänzen das Programm; so etwa trifft sich das LGBTQ*-Publikum zur Queerfilmnacht in Anwesenheit von Gästen wie Filmemachern und/oder Schauspieler*innen. Bei der Reihe #2030 dagegen steht das Thema Nachhaltigkeit im Vordergrund. Darüberhinaus werden insbesondere für deutsche Produktionen häufig Filmgespräche mit Filmteams angeboten. Schon in den ersten zwei Jahren waren bei Premieren und Gesprächen viele bekannte Filmschaffende zu Gast, darunter Werner Herzog, Nina Hoss, Wim Wenders und Gaspar Noe.

Festivals wie die Russische Filmwoche, Jüdisches Filmfestival, QueerFilmfestival, der deutsche Nachwuchspreis First Steps oder die Schulkino-Wochen runden das Publikumsprogramm ab. Auch die Kinobranche selbst liebt das Delphi LUX: Fast täglich finden Workshops, Panels, technische Abnahmen neuer Filme und Pressevorführungen statt; so dürfte so mancher Filmtipp aus 12 UHR MITTAGS im Lux gesichtet worden sein.