Gelebtes Kino

Babylon

in Kreuzberg

Das Babylon ist eines der traditionellen Programmkinos in Berlin. Geboren 1955 als HELO in den Ruinen eines Wohnhauses, aufgewachsen im Grenzbereich zwischen amerikanischem und russischem Sektor, kommen viele seiner ersten Besucher*innen aus dem nahen Ostteil der Stadt – im HELO kann man „Westfilme“ sehen.

Babylon Kreuzberg Fassade
Babylon Kreuzberg | © Yorck Kinogruppe Daniel Horn

1986 wird es in die Familie der Yorck Kinogruppe aufgenommen und erhält seinen heutigen Namen BABYLON. Seit jeher Individualist, wird es nun für seine nachtfüllenden Sonderprogramme legendär.

Heute ist das Babylon ein etabliertes Kino mit Originalfassungen, wo neben dem Kernprogramm auch viele Sonderveranstaltungen gezeigt werden. Eine davon ist die gemeinsam mit radioeins (rbb) ins Leben gerufene „Doppelrolle“: Hier wird die Vorführung eines neuen Films flankiert durch eine frühere Arbeit desselben Regisseurs, einer klassischen Vorlage oder einer das Filmthema aufgreifenden Doku. Beliebt sind auch die Musik-Events, sei es anlässlich von DVD-Erscheinungen, sei es in Begleitung zu aktuellen Ausstellungen über Künstler wie David Bowie. Und wer erst einmal unter der spiralförmigen Sternenleuchte des großen Saals sitzt, der weiß, dass er sich ein echtes Stück Kinohimmel erobert hat. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Programms sind die unzähligen Dokumentationen, insbesondere aus den Bereichen Musik, Fashion und Zeitgeschichte, für die es regelmäßig Programmpreise erhält.

Babylon Kreuzberg Saal
Saal im Babylon Kreuzberg | © Yorck Kinogruppe Daniel Horn

Seit 2018 ist das feministische Pornfilmfestival im Babylon Kreuzberg zu Gast. Das Pornfilmfestival begeistert seit mehreren Jahren mit consensual Pornografie, also Filmen, die Darstellerinnen nicht zu Objekten degradieren.

Aber auch hinter den Kulissen steht das Babylon Kreuzberg für hohe Filmkunst und Wiedererkennungswert, wenn Mitarbeiter*innen in den Straßen New Yorcks wiedererkannt werden oder sich der Produktion und Überarbeitung analogen Filmmaterials widmen. Gelebtes Kino eben!