Natürlich das beste Klima im Saal

ACUD

in Mitte

Direkt unter dem Dach und nach Süden ausgerichtet, aber trotzdem ist es im ACUD Kino im Sommer stets angenehm kühl und im Winter immer kuschelig warm. Durch die mit Lehm verputzten Wände herrscht auf natürliche Weise das perfekte Raumklima. Das ACUD Kino ist das einzige Kino in Berlin und Brandenburg, in dem es Lehmwände gibt.

ACUD Kino
Der Eingang zum ACUD Kino | © Benno Lange

Am ACUD Kino ist es nicht nur besonders, dass es Wände gibt, die mit Lehm verputzt sind. Sondern auch die Art und Weise wie der Lehm an die Wand gekommen ist, ist eine tolle Geschichte.

Das Kino wurde 1989 in der fünften Etage eines Wohnhauses gegründet. Um die vielen Kinosessel aufzustellen, riss man die Wände raus und verband drei Wohnzimmer miteinander. Auf diese Weise entstand ein großer Kinosaal.

Dagmar ist seit dem Beginn des Kinos dabei. Sie leitet das kollektive Gremium, dass das Kino betreibt. Flache Hierarchien, basisdemokratische Grundsätze, Mitspracherecht bei der Filmauswahl und gemeinsame Projekte sind ihr besonders wichtig. „Bei uns kann eigentlich jeder alles. Nur die Buchhaltung will keiner machen. Die liegt ausschließlich bei mir“, sagt sie lachend. Aus dem Vorderhaus musste das Kino 2004 aus- und ein Gebäude auf dem Hinterhof einziehen. Dort ist mehr Platz und seitdem gibt es zwei Kinosäle, in denen insgesamt 120 Menschen Platz finden.

ACUD Kino Foyer
Das Foyer vom ACUD Kino | © Benno Lange

Das Team besteht aus sechs Menschen, die alle schon mindestens fünf Jahre dabei sind. Der Filmschwerpunkt des ACUD Kinos ist ebenso stabil wie das Team. Gezeigt werden hauptsächlich deutsche und europäische Film. Auf dem Programm stehen aber auch diverse Filme mit dem Fokus auf Osteuropa und Dokumentarfilme. Das habe sich schon früh etabliert, da die Verbindung von Kommunikation und Film eine wichtige Rolle spielt. „Uns ist es wichtig, auch über die Filme zu reden und deshalb laden wir auch immer wieder Expertinnen und Experten ein, um über das Gesehene zu sprechen“, sagt Dagmar.

Es gibt auch diverse Schnittstellen zu Musik, Grafik und weiteren interdisziplinären Projekten, da sich das Kino in einem Kunsthaus befindet.

So wie bei den Kooperationen und der Kinoauswahl setzt das Team vieles um, auch den Lehm haben alle gemeinsam an die Wände gebracht. Freunde und Familie wurde eingeladen, Lehm aufgeschwemmt und schon startete das große Projekt! Alle haben angepackt. „Es hat sehr viel Spaß gemacht und sich wirklich gelohnt, denn der Lehm auch für eine Akustik sorgt“, schwärmt Dagmar. Sie selbst kann sich nichts Schöneres vorstellen als ein Kino zu betreiben.

ACUD Kino Saal1
Saal 1 - wo die Wände mit Lehm verputzt wurden | © Benno Lange