Soundcheck

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Das musikalische Quartett

Die Meinungen der Soundchecker sind hemmungslos subjektiv, euphorisch und polemisch – also immer voller Begeisterung für die Musik. Wenn Sie finden, das Quartett liegt völlig richtig oder auch total daneben, dann melden Sie sich...

15.02.2019

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More Than A Feeling von Die goldenen Zitronen

More Than A Feeling von Die goldenen Zitronen
Buback

Normalerweise ist das „Remixen“ von Sprache, das in einem (politischen) Songtext möglich ist, ja dafür prädestiniert, neue Perspektiven zu eröffnen. Das passiert auf „More Than A Feeling“ leider zu selten. Es gewinnt zwar durch vertraut eingängige Postpunkmonotonie mit jelinekartiger Collage-Suada. In den guten Momenten hat's Energie und ist hirnerfrischend, weil all die Floskelpartikel überraschend neu zusammengesetzt werden. Stellenweise wirkt das Album aber schon sehr belehrend. Dann ist die musikalische Ebene gewitzter als der Text. Rumpelig, aber jedes Quietschen, jede Distortion, ... [mehr]

15.02.2019

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New Atlantis von Efdemin

New Atlantis von Efdemin
Ostgut Ton

Techno ist immer utopische Musik. Der Bummbumm-Groove feiert das gute Leben auch unter unguten Umständen. Und dann gibt es viele Technoplatten, zumal wenn sie ein Ohr auf die House-Tradition richten, die eine Sehnsucht nach Kirche verraten. Phillip Sollmann macht unter dem Namen Efdemin beides: utopischen, religiösen Techno. Noch nie hat Efdemin die beiden Stränge so innig miteinander verknüpft wie auf seinem vierten Album „New Atlantis“. Akustisch, elektronisch, göttlich, profan. Tobi Müller, freier Autor für Pop und Theater [mehr]

15.02.2019

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Triage von Methyl Ethel

Triage von Methyl Ethel
4ad/Beggars Group

Den Synth-Pop der Achtziger übertragen Methyl Ethel, im Grunde ein Soloprojekt des Sängers und Songschreibers Jake Webb, auf dem dritten Album auf ähnliche Weise in die Gegenwart wie zuletzt MGMT, die psychedelischen Dream-Pop-Elemente erinnern an Tame Impala, mit denen Webb auch befreundet ist, die Melodramatik in dessen androgynem Gesang bisweilen an Radiohead. Weniger eindeutig als zuletzt sind diese Quellen verfolgbar, aus dem Offensichtlichen generieren die Australier mit hoher Pop-Sensibilität einen eigenen Stil. Torsten Groß, Moderator [mehr]

15.02.2019

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Sunshine Rock von Bob Mould

Sunshine Rock von Bob Mould
Merge (Cargo Records)

Man weiß nicht, ob es seine noch relativ neue Wahlheimat Berlin oder die Gelassenheit des Älterwerdens ist, aber auf seinem 17. Album seit dem Ende von Hüsker Dü klingt Bob Mould wieder so vorwärtsstürmend wie zu Zeiten der Indierock-Legende aus Minneapolis. Hüskers geniales Rhythmusduo Greg Norton und Grant Hart bleibt unvergessen, doch Moulds neue Band lässt es auch nicht schlecht krachen. Zeitlose Powerpop-Herrlichkeit mit dezentem Streicherfirnis, von stilistischen Anfechtungen der Gegenwart unbeirrt. Jörg Wunder, Tagesspiegel [mehr]

01.02.2019

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Careful von Boy Harsher

Careful von Boy Harsher
Nude Club (Rough Trade)

Knietief in den Achtzigen steckt dieses 2014 gegründete Darkwave-Duo aus Massachusetts. Auch auf ihrem zweiten Album bewegen sich Jae Matthews und Augustus Muller alias Boy Harsher irgendwo zwischen den Finstersounds einer Anne Clark und dem Synthiepop von Depeche Mode. Hypnotisch. Nadine Lange, Tagesspiegel [mehr]