Soundcheck

Soundcheck

Das musikalische Quartett

Die Meinungen der Soundchecker sind hemmungslos subjektiv, euphorisch und polemisch – also immer voller Begeisterung für die Musik. Wenn Sie finden, das Quartett liegt völlig richtig oder auch total daneben, dann melden Sie sich...

22.06.2018

Soundcheck

Risha von David Eugene Edwards & Alexander Hacke

Risha von David Eugene Edwards & Alexander Hacke
Glitterhouse

Auf den ersten Blick eine merkwürdige Paarung: der tiefreligiöse Mystiker aus den Bergen Colorados, der in seinen Songs mit alt-testamentarischer Wortgewalt düsterste Geschichten erzählt und der Neuköllner, der mit den Einstürzenden Neubauten Musik-Geschichte schrieb. Aber es funktioniert: gemeinsam ist den beiden die Liebe zur Intensität, nah-östlichen Rhythmen und dräuenden Drones. Und so klingt diese Platte gar nicht so weit weg von Edwards mitunter umwerfenden Solo-Alben. Andreas Müller (Gastgeber) [mehr]

22.06.2018

Soundcheck

Soil von Serpentwithfeet

Soil von Serpentwithfeet
Secretly Canadian (Cargo Records)

Josiah Wise hatte eine in eine Depression mündende Jugend als schwarzer homosexueller Kirchenchorsänger im von rassistischen Unruhen betroffenen amerikanischen Baltimore. Auf seinem Debütalbum als „serpentwithfeet“ kleidet er Reflexionen über tiefen Glauben, verhinderte Selbstvergewisserung und Sexualität in die Musik seiner Jugend, den Gospel. Experimentell elektronisch und mit recht eindrucksvollem Stimmeinsatz ein künstlerisch selbstbewusstes Statement. Jedoch ohne Katharsis.     Claudia Gerth, radioeins   [mehr]

22.06.2018

Soundcheck

Ge Bitte! von Granada

Ge Bitte! von Granada
Karmarama (Sony Music)

Österreich erlebt ein Popwunder, das vom Volksrock’n’Roller Andreas Gabalier bis zur Disco-Ironie von Bilderbuch reicht. Granada, eine Band aus Graz, liefert Polkablues mit Akkordeon und ein paar Italo-Tupfern. Bierzelttauglicher Indierock in herrlichster Mundart. Sie singen übers „Tauzn“, das „miad“ macht, reimen „Guestlist“ auf „Nobless“ und beschimpfen „scheiß Berlin“. Das geht sich aus. Christian Schröder, Tagesspiegel   [mehr]

22.06.2018

Soundcheck

Heaven & Earth von Kamasi Washington

Heaven & Earth von Kamasi Washington
Young turks

Klein kann Kamasi Washington nicht. Schon „The Epic“, das Album, mit dem der amerikanische Tenorsaxophonist vor drei Jahren zum Superstar wurde und viele Menschen dazu brachte, ihre erste Jazzplatte zu kaufen, war fast drei Stunden lang. „Heaven and Earth“, das Nachfolgewerk dauert fast zweieinhalb Stunden. Das muss man erst mal vollspielen. Washington spielt Jazz für alle – ohne dafür Kompromisse zu machen, vielleicht gerade deshalb. Mit zwei Bands, Chor und Streichern gelingt ihm das nächste Meisterwerk. Tobias Rapp (Der Spiegel) [mehr]

15.06.2018

Soundcheck

East Lower Suite Part Three von Onyx Collective

East Lower Suite Part Three von Onyx Collective
Big Dada

Die Lower East Side in Downtown Manhattan nahe dem East River gehört zu den reichsten Jagdgründen der modernen Musikgeschichte. Hier entwickelten sich viele Avantgarden, hier wurde über die Jahrzehnte hinweg stets an Ideen des Neuen gearbeitet – von Punk über New Wave bis hin zu Freejazz. Das Onyx Collective ist ein loser Verbund von Jazzmusikern um den Alt- und Tenorsaxofonisten Isiah Barr, denen in der Google-Stadt Manhattan die Vertreibung durch Gentrifizierung droht. Ihr Debüt ist ein ebenso dissonantes wie grandioses Jazzalbum, das auf zehn instrumentalen Tracks die Unstetigkeit und ... [mehr]