Radioday am 1. Mai: We're on Strike © imago images/Pacific Press Agency/Müller-Stauffenberg
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We're on Strike

Der erste Mai war als Tag der perfekte Zeitpunkt, um über ein Thema zu sprechen, was uns gerade in Berlin bestens bekannt ist: Protest. Die Hauptstadt ist der Mittelpunkt der Republik, wenn politische Bewegungen zeigen wollen: Wir sind hier, wir sind laut und wir wollen Veränderungen. Egal ob Klimaaktivist*innen, Gewerkschaften oder zuletzt die große Friedensdemonstration anlässlich des Ukraine-Kriegs. Am Sonntag, den 1. Mai 2022, sind wir beim Radioday "We're on Strike" mit Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen dem Phänomen Protest auf den Grund gegangen.

Anlässlich des Tags der Arbeiter*innenbewegung haben wir uns verschiedene Protestbewegungen angeguckt und uns gefragt: Wie hat Protest unsere Welt verändert? Warum protestieren Menschen? Was haben Kunst und Musik mit Protest zutun und welche Themen prägen Protestbewegungen bis heute?

Sophia Wetzke und Stephan Karkowsky beleuchteten das Thema von 9 bis 17 Uhr in verschiedenen Interviews von allen möglichen Seiten. Wir ergründeten, was durch Proteste bereits erreicht wurde und sprachen auch aus historischer Perspektive über legendäre Streiks, beispielsweise der Arbeitnehmer*innenbewegung und Frauenbewegung.

Fester Bestandteil jeder Sendestunde war ein Kurzportrait einer prominenten historischen Person, die eine Protestbewegung auf ihre eigene Art geprägt hat. Das Portrait wurde vorgestellt von einer Person, die heute für eine ähnliche Thematik eintritt und protestiert und die besonders von der historischen Persönlichkeit inspiriert wurde. So porträtierte Drag Queen Bambi Mercury die Aktivistin der amerikanischen LGBTQ+-Bewegung Marsha P. Johnson und der Bundesjugendsekretär der DGB Kristof Becker portraitierte den Widerstandsaktivisten und Gewerkschafter Willi Bleicher.

Von 17 bis 19 Uhr wurde getalkt. Nachdem wir uns Protestformen näher angeschaut haben, sprachen wir darüber: Was kann Protest in einer globalisierten Welt noch verändern? Moderiert wurde der Talk von Hadnet Tesfai.

Claudia Gerth hat den Radioday von 19 bis 21 Uhr mit einem Musik-Special zu Protestsongs abgeschlossen.

Talk

Musik-Special

Radioday am 1. Mai: We're on Strike © imago images/Pacific Press Agency/Müller-Stauffenberg
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Radioday zum Thema "Protest" - Musik-Special zu Protestsongs

Der 1. Mai ist als Tag der perfekte Zeitpunkt, um über ein Thema zu sprechen, was uns gerade in Berlin bestens bekannt ist: Protest. Claudia Gerth schließt den Radioday von 19 bis 21 Uhr mit einem Musik-Special zu Protestsongs ab.

Frauenrechtsbewegung

Berichterstattung

LGBTQ+-Bewegung

Arbeit & Soziales

Bürgerrechts- und Friedensbewegungen

In einem Wahllokal wird am 26.09.2021 die Wahlurne ausgeleert und die Stimmen ausgezählt © imago images/Rüdiger Wölk
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We’re on Strike – der radioeins Radioday zum Thema Protest - "Nicht ohne uns 14 Prozent": Protest für ein Wahlrecht für alle

Im Vergleich zu anderen Formen politischer Partizipation sind Wahlen in einer Demokratie nicht nur die konventionellste, sondern auch die egalitärste Art der politischen Beteiligung - das mag man zumindest annehmen. Mit einer abgegeben Stimme lässt sich nicht nur Zustimmung, sondern auch Unmut oder "Protest" ausdrücken.

Jugendprotest und Social Media

Menschen nutzen digitale Geräte zur Kommunikation in der Stadt © imago images/Ikon Images
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We’re on Strike – der radioeins Radioday zum Thema Protest - Social Media und Protest: Mangelndes Verantwortungsgefühl oder neue Horizonte?

Protest wird auch auf Social Media geführt. Black Lives Matter, Fridays for Future - all diese jungen Bewegungen nutzen soziale Medien, um sich zu vernetzen und zu mobilisieren. Auch für Protestbewegungen wie Occupy Wallstreet oder auch den Arabischen Frühling war Social Media ein wichtiger Mobilisator.

Gesundheit

Autokorso von Impfgegner*innen in Berlin im Januar 2022
IMAGO / Jochen Eckel

We’re on Strike – der radioeins Radioday zum Thema Protest - Die Geschichte der Impfgegner*innen

Bei den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen sind die Impfgegner*innen von Anfang an prominent dabei. Doch Impfskeptiker*innen gibt erst nicht erst seit der Corona-Pandemie - bereits im Kaiserreich zur Einführung der Impfpflicht 1874 gegen die Pocken, gab es eine Protestbewegung gegen das Impfen. Auch damals spielen antisemitische Verschwörungstheorien eine wichtige Rolle.

Umwelt & Klima

Weltweiter Fridays for future-Demonstration am 25.03.2022 in Turin © imago images/NurPhoto
imago images/NurPhoto

We’re on Strike – der radioeins Radioday zum Thema Protest - Die Rolle von Wissenschaft in Protestbewegungen

Seit er 2018 zum ersten Mal von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg verwendet wurde, verbreitete sich der #fridaysforfuture rasend schnell auf der ganzen Welt. Der ursprünglich von Schülern und Schülerinnen getragenen Protestbewegung für umfassende Klimaschutzmaßnahmen schlossen sich ebenso so schnell Parents, Students und Entrepreneurs for Future an, aber eben auch Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen als Scientists for Future.

Das Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior III
IMAGO / Pixsell

We’re on Strike – der radioeins Radioday zum Thema Protest - Proteste auf dem Meer

"Ausschließlich Wirtschaftszone" heißt das Gebiet bis zu 200 Seemeilen von der Küste entfernt, wo die jeweiligen Landesregierungen noch über Schutz und Ausbeutung des Meeres entscheiden können. Danach beginnt die sogenannte Hohe See und damit auch der "Wilde Westen". So zumindest bezeichnet die Greenpeace-Aktivistin und Tiefseebiologin Sandra Schöttner die Hohe See, die knapp 60 Prozent unserer Meere weltweit ausmacht

Indigene Völker verschiedener Ethnien protestieren im Juni 2021 in Brasilia gegen einen Gesetzentwurf, der die Regeln für die Abgrenzung von indigenem Land ändert
IMAGO / TheNews2

We’re on Strike – der radioeins Radioday zum Thema Protest - Indigener Protest in Brasilien

Seit Jahren führen die indigenen Völker Brasiliens den Protest gegen die Politik des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro an. Dafür vereinen sich in Straßenprotesten, Protestcamps und Gesprächen mit Politiker*innen alljährlich mehr als 250 Ethnien aus dem ganzen Land. Sie kommen aus dem Amazonas-Gebiet, von der Küste, aus dem Zentrum des Landes oder seinen Städten.

Wohnraum

Besetztes Haus in der Mainzer Straße in Berlin-Friedrichshain 1990
imago images / Werner Schulze

We’re on Strike – der radioeins Radioday zum Thema Protest - Die Hausbesetzungen in der Mainzer Straße: Eine Berliner Protestgeschichte

In Berlin begann die Zeit der Hausbesetzungen 1971 im Stadtteil Kreuzberg und erreichte ihre Hochphase 1981, als im Westen der Stadt insgesamt mehr als 160 Häuser besetzt werden. Die Besetzung der Mainzer Straße 1990 ist der Beginn einer Gesamtberliner Bewegung, erstmalig besetzen Ost- und Westbesetzer gemeinsam eine ganze Häuserreihe.

Demonstrierende der Initiative „Deutsche Wohnen und Co. enteignen“ im September 2021
IMAGO / IPON

We’re on Strike – der radioeins Radioday zum Thema Protest - Volksentscheid als Mittel des Protests: "Deutsche Wohnen und Co. enteignen"

Die lila und gelben Kampagnenplakate von “Deutsche Wohnen und Co. enteignen” und die dazugehörige Forderung nach Enteignung großer Wohnungsunternehmen haben es geschafft die Aufmerksamkeit und die Unterstützung der Berliner*innen auf sich zu ziehen. Über 59,1 Prozent der Berliner*innen stimmten im September 2021 für die Enteignung großer privater Wohnungsunternehmen.

Portaits

Katharina Oguntoye (li.) porträtiert Audre Lorde © www.katharina-oguntoye.de
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We’re on Strike – der radioeins Radioday zum Thema Protest - Audre Lorde

Die karibisch-amerikanische Schriftstellerin und Dichterin Audre Lorde entdeckte die Poesie als Ausdrucksmittel schon in jungen Jahren für sich. In der Sprache fand sie das für sich passende Werkzeug, um gegen Rassismus und Sexismus zu kämpfen. Mit ihren Essays und Gedichten gelingt es ihr Brücken zus schlagen.

Armin Simon porträtiert Jochen Stay © imago images/Hartenfelser
imago images/Hartenfelser

We’re on Strike – der radioeins Radioday zum Thema Protest - Jochen Stay

Wenn alles glatt läuft, gehen Ende des Jahres die letzten drei Atomkraftwerke Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 in Deutschland vom Netz. Auch wenn Atomkraftwerke in anderen Ländern, Atommüll und -waffen weiterhin eine Bedrohung bleiben, kann die deutsche Anti-Atom-Bewegung damit einen großen Erfolg feiern.

Nikel Pallat porträtiert Rio Reiser (re.) © imago images/teutopress
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We’re on Strike – der radioeins Radioday zum Thema Protest - Rio Reiser

Ton Steine Scherben sind die Band, die die Berliner Jugend- und Hausbesetzerbewegung wohl am nachhaltigsten geprägt hat. Gegründet in den Zeiten der Studentenprotesten und kurz vor der ersten Hausbesetzung deutschlands in Frankfurt 1970, machten die Musiker die politische Rockmusik in deutscher Sprache populär. Rio Reiser, der Sänger der Scherben, schrieb Lieder die politische und gesellschaftliche Missstände kritisierten.

Kristof Becker porträtiert Willi Bleicher © DGB-Jugend/Jörg Farys | dpa/Morell
DGB-Jugend/Jörg Farys | dpa/Morell

We’re on Strike – der radioeins Radioday zum Thema Protest - Willi Bleicher

Der Autor und Buchenwald-Überlebende Bruno Apitz beschreibt in seinem 1958 veröffentlichten Roman "Nackt unter Wölfen" die Rettung eines kleinen Kindes durch eine Gruppe von Häftlingen im Konzentrationslager Buchenwald. Auch wenn die Geschichte fiktiv erzählt ist, basiert sie auf einem realen Fall.

Kristina Hänel porträtiert Else Kienle © imago images/epd
imago images/epd

We’re on Strike – der radioeins Radioday zum Thema Protest - Else Kienle

"Es gibt keine absolute moralische Begründung, die ein Gesetz ewig und unabänderlich machen kann. Gesetze sind von Menschen für Menschen gemacht und müssen sich mit ihnen wandeln", schrieb die Ärztin, Aktivistin und Autorin Else Kienle 1931 in ihrem Manuskript "Frauen. Aus dem Tagebuch einer Ärztin".