Filmtipps von Knut Elstermann

DVD-Tipp: Berlin Alexanderplatz

"Undine", "Corpus Christi"

"Berlin Alexanderplatz" von Burhan Qurbani ist der zweite, nominierte deutsche Beitrag für den Europäischen Filmpreis - für das beste Drehbuch und als bester Film. Es ist schon die dritte Verfilmung des Buches, nach Phil Jutzi 1929 und Reiner Werner Fassbinder 1980.

Welket Bungué in "Berlin Alexanderplatz"
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Die Konkurrenz ist beim Europäischen Filmpreis in diesem Jahr groß, mit stilistisch starken, eigenwilligen Filmen wie "Der Rausch" von Thomas Vinterberg oder "Martin Eden" von Pietro Marcello. Doch Burhan Qurbanis sehr persönliche, bewegende Aktualisierung des modernen von Alfred Döblin hat mit ihrer Intensität und ihrer formalen Kühnheit durchaus Chancen. Die wichtigen Motive des Romans, die Figuren und Schicksale sind wiederzuerkennen, die großen Fragen nach dem richtigen Leben, werden aufgeworfen.

Franz Biberkopf heißt hier Francis (gespielt von Welket Bungué), ein afrikanischer Geflüchteter, den es nach einer Katastrophe auf dem Meer buchstäblich nach Deutschland in ein neues Leben spült, es ist wie eine zweite Geburt. Doch die Umstände hindern den jungen Mann an seinen guten Vorsätzen festzuhalten.

Regisseur und Autor Burhan Qurbani, der aus einer afghanischen Flüchtlingsfamilie stammt, scheut sich nicht, seine kraftvollen Bilder mit religiösen Bezügen, mit Symbolik aufzuladen und seine sehr genau erzählte Berliner Geschichte zu einem universellen Mythos über die Sehnsucht nach dem Gutsein in einer unguten Welt zu machen.

"Berlin Alexanderplatz" im Stream und auf DVD, auch die anderen beiden Verfilmungen sind auf DVD erschienen.

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