Album der Woche

Wir rufen dich, Galaktika von Dota

Die Berliner Band DOTA um die Musikerin Dota Kehr veröffentlicht das neue Album "Wir rufen Dich Galaktika" und die Songs darauf stellen ein ganz ausgewogenes Maß an Hoffnung und Ausweglosigkeit dar, sagt die Berlinerin.

Wir rufen dich, Galaktika von Dota © Kleingeldprinzessin/Broken Silence
Wir rufen dich, Galaktika von Dota | © Kleingeldprinzessin/Broken Silence

Aus feinsinnigen und vielschichten Texten stricken sie eingängige Popsongs, in denen Platz ist für schwebende Poesie, Politisches und Partystimmung, für Melancholisches und Albernes – mit so mühelosen Übergängen dazwischen, dass die Tragweite mancher Gedanken erst beim zweiten oder dritten Hören einsickert. Sie beschreiben einfach das Dilemma unserer Zeit, denn wir sind alle teil eines imperfekten Systems. Doch wir dürfen uns auch Momente zugestehen, in denen wir "so tun, als ob wir Träumer sein können in dieser Welt". Ab und an dürfen wir auch unserer Sehnsucht nach leichten Lösungen Ausdruck verleihen, auch wenn es sie nicht gibt. Versinnbildlicht in der Figur "Galaktika" aus der Kinder-Puppen-Serie "Hallo Spencer". Wenn alles drunter und drüber ging, dann wurde sie gerufen: "Galaktika, auf deinem fernen Stern Andromeda".



In der Musik lassen sich die individuellen Charaktere der Mitmusiker*innen immer heraushören, während sie die Songs unterstützen und liebevoll dekorieren: Janis Görlichs lebendige Mischung aus lässig trockenem, rauchigem Schlagzeugsound und elektronischen Samples. Jan Rohrbachs unverkennbare Gitarrenlinien, die ihre eigenen kleinen Geschichten erzählen. Patrick Reisings farbenfrohen und nuancenreichen Analog-Synthesizer und Keyboards und Alex Binders verspielt melodischer Bass. Schlussendlich schließlich Dota Kehrs abgedämpfter Gitarren-Stil und ihre einmalig natürliche Stimme, bei der man ganz von selbst auf jedes Wort lauscht. Eine Stimme, die sogar dann noch Vertrauen und Zuversicht einflößt, wenn sie gesteht, selbst nicht weiter zu wissen.